Montag, 29. August 2016

CEOs über ihre härtesten Fragen an Bewerber "Was ist Ihre Lieblingsstraße bei Monopoly?"

Ja... ähm.... also: Bewerbungsgespräche können sich anfühlen wie ein Kreuzverhör
Das Portal Quartz hat CEOs nach ihrer alles entscheidenden Frage gefragt, die sie bei Bewerbungsgesprächen stellen. Spoiler Alert: Es ist weder "Was ist Ihre größte Schwäche?" noch "Und wo sehen Sie sich in fünf Jahren?".

In den oberen Hierarchieebenen geht es meist nicht mehr darum, abzuchecken, ob ein Bewerber sich überhaupt auf das Gespräch vorbereitet hat oder die nötigen fachlichen Qualifikationen mitbringt - sondern darum, dessen oder deren soft skills in Aktion zu sehen und dabei herauszufinden, ob jemand in die Unternehmenskultur passt.

Oder auch, ob sie oder er überhaupt ein anständiger Mensch ist - deshalb stellt einer der Chefs seine entscheidende Frage gar nicht dem Bewerber selbst, sondern den Leuten, die schon als Untergebene mit ihm zu tun hatten: Fahrer, Empfang, Sekretärin.

Auch wenn Sie derzeit kein Bewerbungsgespräch in Planung haben: Es kann nie schaden, die Situation gedanklich einmal durchzuspielen. Hier kommen neun knallharte Fragen - und die richtigen Antworten dafür. Behalten Sie aber den Aphorismus von Georg Christoph Lichtenberg im Hinterkopf: "Kluge Leute glauben zu machen, man sei, was man nicht ist, ist schwerer als zu werden, was man scheinen will."

Werden Sie lieber respektiert oder gefürchtet?

Klassische Alphatiere sind nicht unbedingt Sympathieträger. Man kann eben nicht immer alles haben.
Diese Frage stellt laut Quartz Michael Gregoire, CEO der IT-Management-Software-Firma CA Technologies. Die Frage ist, das sagt er selbst, machiavellianisch. Machiavelli selbst warf allerdings im 17. Kapitel seines 1513 erschienenen Werks "Der Fürst" die Frage anders auf: Das Kapitel, ein zentraler Passus des Werks, heißt "Über Grausamkeit und Milde; und ob es besser ist, geliebt oder gefürchtet zu werden oder umgekehrt".

Machiavelli findet: Beides ist richtig. Allerdings schwierig. Milde kann schließlich zu größeren Grausamkeiten führen als ein strenges Regime - dann nämlich, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen. Klar, man soll maßvoll und menschenfreundlich handeln. Aber da Menschen nun mal "undankbar, wankelmütig, verlogen, heuchlerisch, ängstlich und raffgierig" sind,verzichtet man im Zweifel lieber auf die Beliebtheit - die man weniger kontrollieren kann als das Gefürchtetsein.

Machiavelli gibt seinen Lesern übrigens den Rat, sich "nicht an der Habe und den Frauen seiner Mitbürger und Untertanen" zu vergreifen und für jede nötige Exekution eine plausible Rechtfertigung zu haben. Diese Punkte kann man ja auch in einem Bewerbungsgespräch durchaus zur Sprache bringen, in netter Form. Sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal.

Aber Scherz beiseite: Seinen Machiavelli gelesen zu haben, schadet nicht. Und das können Sie dann auch lässig raushängen lassen - wenn Sie eine Führungsposition anstreben, sollten Sie auch darüber reflektiert haben, was Führung für Sie bedeutet und welche Art von Führung Ihnen liegt.

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