Sonntag, 16. Dezember 2018

Wie Erfolge wiederholen - und Rückschläge mindern? Was man von der WM für den Job lernen kann

Lernen von der Fußball-WM: Zehn Hürden auf dem Weg zum Erfolg
DPA

Meine Empfehlung zur Fußball-WM lautet: Haben Sie nicht nur Freude am großen Event, sondern lernen Sie auch etwas daraus - über Stress am Arbeitsplatz und die Steigerung von Mitarbeitermotivation.

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Mich persönlich fasziniert die Einheit von Leistung und Wohlbefinden bei der Arbeit. Dazu forsche ich. Nichts anderes steht hinter dem Erfolg bei der Weltmeisterschaft, denn dies ist ein Arbeitsplatz für Highperformer. Was bräuchte man, um eine Spitzenleistung wie den WM-Titel zu wiederholen? Und warum gelingt dies nicht?

Seit dem Jahr 1962, als Brasilien den Titel verteidigt hatte, ist dies keiner Fußballmannschaft gelungen - und nach dem Desaster für den noch amtierenden Weltmeister Deutschland gegen das mexikanische Team sieht es auch dieses Jahr nicht danach aus. Weltmeister anderer Sportarten wiederholen ihre Erfolge doch auch. Als Psychologin fragte ich mich sofort, was die Gründe dafür sein könnten. Sehen Sie in der folgenden Fotostrecke zehn Erkenntnisse über das, was dem Erfolg im Weg stehen kann - im Sport wie im Berufsleben.

Erfolgserkenntnisse für den Berufsalltag

Von Spitzenfußballern können wir folgendes lernen:

  • Veränderungen sind ganz normal. Schauen wir uns die Karrieren einiger der Bestbezahlten an, spielen sie zwei Jahre hier, drei Jahre dort und betrachten dies als ganz normal. Wenn wir etwas als normal betrachten, machen wir es uns leichter, damit zurechtzukommen.
  • Zu Bestleistungen gehört, an sich zu arbeiten. Schaut man sich die Veränderungen im Spielverhalten etwa von Ronaldo an, wird klar, dass er niemals sagt, so bin ich und so bleibe ich. Sondern lernt, was zu besseren Erfolgen führt und sich darauf einstellt.
  • Selbstmotivation ist gefragt. Der beste Trainer, das beste Team nützen nichts, wenn ich mich nicht selbst zu Bestleistungen motiviere. Immer wieder.
  • Leistung muss trainiert werden. Und zwar täglich. Von Schachspielern und Musikern ist bekannt, dass es rund 10.000 Wiederholungen braucht, um Spitzenleistungen zu erbringen.
  • Vertrauen in die Führung ist wichtig. Jeder Spieler hat seine Meinung, ein Team hat seine Erfahrungen. Am Ende aber entscheidet der Trainer über die Strategie und den Einsatz des Einzelnen. Nicht, weil er seine Meinung durchdrücken will, sondern, weil er die Spieler sehr gut kennt und nach ihren Talenten und Stärken einsetzt.
Ilona Bürgel
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    Die Psychologin Ilona Bürgel zählt zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum. Wie ein roter Faden zieht sich die Einladung zu einem Perspektivwechsel durch ihre Arbeit - weg von der Fixierung auf äußere Bedingungen in unserer sich ständig ändernden Welt, hin zum guten Umgang mit sich selbst. Sie will aufzeigen, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen gelingen kann. Nach 15 Jahren in Führungspositionen ist sie heute Referentin, Beraterin, Autorin und Kolumnistin. Sie wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Energie als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet. Ilona Bürgel lebt und arbeitet in Dresden und im dänischen Århus.

Fazit:

Der Zufall gehört zu Spitzenleistungen genauso wie die Vorbereitung. Wir leben in einer Welt, in der wir alles kontrollieren und vorher bestimmen wollen. Auf das rechte Maß kommt es an.

Ziele zu haben und sich dafür einzusetzen und mit Demut zu akzeptieren, nicht alles in der Hand zu haben. Und Leistung auch dann (an)zuerkennen, wenn sie nicht zum ersehnten Ergebnis führt. Ich wünsche unserem Team das bestmögliche Ergebnis.

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