Montag, 29. August 2016

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Warum Manager den Job wechseln Das Schlimmste am Job: Die Kollegen

Allen Work-Life-Weniger-ist-mehr-Trends zum Trotz zeigt sich: Am Ende geht's ums Geld

Zu wenig Geld und ein nerviges Team sind die Hauptgründe für Mittelmanager, den Job zu wechseln. Ein besserer Titel und mehr Verantwortung sind es nicht. Und auch Auslandseinsätze locken kaum mehr jemanden weg vom heimischen Schreibtisch. Dies fand die mittelständische Unternehmensberatung Baumann in einer Umfrage zu den Gründen für Jobwechsel heraus. Dafür wurden 300 Führungskräfte quer durch alle Branchen befragt. Und zeigen in ihren Antworten viel vom Elend des zerrissenen Lebens als Mittelmanager.

Allen Work-Life-Weniger-ist-mehr-Trends zum Trotz zeigt sich: Am Ende geht's ums Geld. Für 96 Prozent spielt das Gehalt eine wichtige oder sehr wichtige Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers. Entsprechend ist die Bezahlung immer noch einer der Hauptfaktoren für berufliche Unzufriedenheit. Sechs von zehn erfahrenen Managern sehen in ihrer derzeitigen Position ihre Gehaltsverantwortungen nicht erfüllt.

"Viele Vergütungssysteme werden von Unternehmen nur auf ihre interne Stimmigkeit geprüft. Häufig fehlt ein Abgleich mit den Gehältern, die bei Wettbewerbern gezahlt werden", so Michael Faller, Geschäftsführer der Baumann Unternehmensberatung Executive Search. Dadurch erhöhe sich die Unzufriedenheit und Wechselbereitschaft der Manager deutlich. Faller: "Wer sich unterbezahlt fühlt, prüft die Jobangebote der Konkurrenz sehr genau."

Unterbezahlt - und von Nieten umgeben

Noch ärgerlicher als sich unterbezahlt zu fühlen, empfinden Manager die Tatsache, nur von Nieten umgeben zu sein. Der Wunsch nach einem guten Team ist bei einem Stellenwechsel die Hauptmotivation: Nahezu sieben von zehn Befragten wollen wegen ihrer derzeitigen Kollegen die Firma wechseln. Gerade mal die Hälfte aller Manager ist mit ihren Mitarbeitern voll zufrieden.

Nach viel Geld und einem gutem Team folgen als Top-Motivatoren für wechselwillige Manager Entwicklungsmöglichkeiten und Work-Life-Balance. Spannend wird es jedoch beim Blick auf die hinteren Plätze. Diese zeigen, was als weniger erstrebenswert gilt: Lediglich 39 Prozent streben nach mehr Mitarbeiterverantwortung, auch ein Aufstieg lockt 36 Prozent der Manager in einen neuen Job. "Das Erreichen bestimmter Hierarchieebenen verliert als Karriereziel an Attraktivität", beobachtet HR-Experte Faller auch in der Praxis. "Die Zahl der Mitarbeiter, für die ein Manager verantwortlich ist, zählt nicht mehr als wichtigstes Kriterium für den beruflichen Erfolg. Wichtiger hingegen wird die individuelle Weiterentwicklung."

Ausland weniger attraktiv: Cocooning-Trend hat die Chefetagen erreicht

Auch der Cocooning-Trend hat inzwischen die Chefetagen erreicht. Die Karriere wird geplant nach dem Motto: Am schönsten ist es immer noch zuhause. Denn als Verlierer in Sachen Job-Attraktivität stellt sich die Option auf einen Auslandseinsatz dar: Lediglich 24 Prozent der Befragten halten dieses Kriterium bei einem Arbeitgeberwechsel für sehr wichtig. Jeder fünfte findet es sogar unwichtig. Und bleibt am liebsten vor Ort. Und vergibt sich die Chance auf neue Sichtweisen und Ideen,

Mancher zahlt einen hohen Preis für seine Gemütlichkeit. Denn am erschreckendsten ist eine Zahl, die sich ans Ende des Reports geschlichen hat: Lediglich jeder fünfte Mittelmanager ist sehr zufrieden mit seinem Unternehmen.

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