Donnerstag, 8. Dezember 2016

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Karrieretipps Was Manager von Spitzensportlern lernen können

Ziele setzen, das richtige Team fördern, aus Rückschlägen lernen: Ehemalige Spitzensportler wie Frank Busemann, Axel Hager oder Jochen Schümann haben Managern viel zu sagen

Führungskräfte sollten sich an Sportlern orientieren: Welche Ziele setze ich mir? Wie gehe ich mit Niederlagen um, wie mit Konkurrenten? Und wie setze ich mein Team am besten zusammen? Ehemalige Olympiasieger, Zehnkämpfer, Segler oder Beachvolleyballer geben Tipps.

"Ziele müssen immer groß sein!" Die Forderung, die Frank Busemann Führungskräften ans Herz legt, überrascht zunächst. Sollte man nicht lieber kleinere Schritte vornehmen? "Nein", sagt Busemann. "Auf dem Weg zu einem Ziel treten immer Probleme auf. Bei kleinen Zielen lässt man sich davon leicht stoppen, bei großen nicht, denn hier ist der innere Ansporn meistens so enorm, dass man eine Möglichkeit findet, das Problem zu meistern, zu überspringen oder zu umgehen."

Busemann spricht aus eigener Erfahrung. Der mittlerweile 40-Jährige gewann bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 überraschend Silber. Wie er das geschafft hat, welche Hindernisse er überwinden und welche Rückschläge er wegstecken musste - darüber spricht Busemann regelmäßig vor Vertriebs- und Führungskräften in ganz Deutschland. "Manchmal muss man sich selbst auch mal austricksen", rät er. Vor 20 Jahren hat der Sportler Busemann das so gemacht: "Mich hat ein bevorstehender 1.500-Meter-Lauf immer nervlich fertig gemacht. Die Strecke war für mich eigentlich zu lang. Also habe ich mir vorgenommen, 1.000 Meter zu laufen - mit einem langen, langen Endspurt. Der endete dann bei 1.500 Metern."

Das könnten Manager ähnlich machen. "Es ist okay, sich ein Zwischenziel zu setzen, dabei aber darf man sein großes Ziel nicht aus den Augen verlieren." Dafür hat sich die Zehnkämpfer-Legende Busemann Unterstützung geholt, Mediziner, Physiotherapeuten und externe Spezialtrainer. "Das sollte ein Wirtschaftsmanager auch tun. Es gibt immer Stellschrauben, die andere klarer sehen als man selbst, an denen justiert werden kann."

Segelboot oder Konzern: In einem Team müssen sich Stärken potenzieren

Olympiasieger Jochen Schümann: "Die richtigen Handwerker im Team"

Wenn es um Teambildung geht, können Manager auch von Jochen Schümann (61) lernen. Der dreimalige Olympia-Medaillen-Gewinner im Segeln sieht beim Aufbau einer guten Mannschaft "deutliche Parallelen zwischen dem Segelsport und Aufgaben im Management".

Als Führungsperson brauche man die richtigen Handwerker in seinem Team - "egal ob auf einem Segelboot oder in einem Unternehmen". Die Aufgabe des Managers sei es, die Stärken seiner Fachleute richtig zu erfassen und sie zu einem funktionierenden Team zusammenzuführen. Es reiche jedoch nicht, die Stärken der Einzelplayer zu addieren. Zwei plus Zwei sollte mehr als Vier ergeben: "Man muss eine Situation erzeugen, in der sich die Stärken potenzieren", so Schümann.

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