Dienstag, 28. Juni 2016

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Wie werden Chefs zu besseren Chefs? Kein Manager mehr ohne Mentor

Besinnung anstatt Führungskräfte-Seminar: Der Dalai Lama empfiehlt eine halbe Stunde tägliche Meditation

Gierig, egoman, unfähig: Das sind typische, uns geläufige Manager-Attribute. Dabei will die große Mehrheit einen erstklassigen Job machen. Kein leichtes Unterfangen, denn was vorgelebt wird, ist immer noch hoffnungslos unmodern. Doch das ließe sich ändern.

Müller kann es nicht, Cryan hat keine Strategie, Krüger ist zu schwach, Kaeser ganz allein zu Haus. - Manager haben oft eine schlechte Presse. Die Öffentlichkeit sieht sie entweder als Versager oder Despoten, in jedem Fall als Macht fixierte Narzissten, die vom wirklichen Leben nichts wissen und jeglichen Realitätssinn verloren haben.

Klar, diesen Manager-Typus gibt es. Auch ich bin ihm in meiner Karriere begegnet. Aber ich habe auch die Masse von Führungskräften aus der Nähe gesehen, die den Laden am Laufen halten und über die niemand spricht. Dabei haben sie für ihre Leistung höchstes Lob verdient. Äußerst komplex und anstrengend ist ihre Aufgabe, und sie wird immer knackiger.

Denn dass einer "oben" ankommt, die Untergebenen von seiner Höhe befehligt und die damit verbundenen Privilegien genießt, ist eine fast schon romantische Vorstellung, die mit der Realität nichts gemein hat. Die moderne Führungskraft gleicht eher dem untersten Mann einer Menschenpyramide, der ein instabiles Gebilde auf seinen Schultern permanent ausbalancieren muss.

Heidi Stopper
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    Heidi Stopper war zuletzt Vorstandsmitglied bei der Prosiebensat1 Medien AG. Die Juristin aus Ravensburg hat zuvor im Airbus-Konzern Karriere gemacht. Heute arbeitet sie selbstständig von München aus, und zwar als Business- und Karrierecoach und als Unternehmensberaterin für Transformationen und Digitalisierung.
Führung ist in den letzten Jahren noch schwerer geworden. Führen durch überlegenes Fachwissen ist passé. Manager sollen heute knappe Ressourcen brutal verteidigen und rücksichtlos gute Zahlen liefern, sie sollen aber auch Werte vorleben, indiduell auf jeden Mitarbeiter eingehen und verschiedenste Generationen in der Belegschaft unter einen Hut kriegen.

Werte zählen

Denn handelt die Firma nicht glaubwürdig, kriegt sie in den einschlägigen Bewertungsportalen im Internet sofort die Quittung. Gerade junge Leute nehmen es nicht mehr hin, wenn das Unternehmen permanent gegen die selbst formulierten Grundsätze verstößt. Eine große Studie der Unternehmensberatung PwC fand heraus, dass 70 Prozent der deutschen Arbeitnehmer für ein Unternehmen arbeiten möchten, dessen Werte mit den eigenen Überzeugungen übereinstimmen.

Man stelle sich vor, wie Führung erst bei fortschreitender Digitalisierung aussehen wird, wenn Zulieferer sich noch mehr vernetzen, wenn die Unternehmensgrenzen sich auflösen und noch mehr Netzwerke an die Stelle von fest gefügten Machthierarchien treten. Bereits heute sind Netzwerke und Schattenorganisationen mächtiger als die in Organisationscharts abgebildeten Strukturen. In virtuellen Organisationen soll man Leute führen, die man nie gesehen hat und auf deren Leistung man doch vertrauen muss.

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