Freitag, 14. Dezember 2018

Hall of Fame der deutschen Forschung Auszeichnungen für wirtschaftsnahe Topforscher

Neues Mitglied in der Hall of Fame: Franz-Ulrich Hartl
DPA/Max-Planck-Institut
Neues Mitglied in der Hall of Fame: Franz-Ulrich Hartl

Mit Franz Ulrich Hartl ist ein neuer Laureat in die "Hall of Fame der deutschen Forschung" berufen worden. Zwei Nachwuchswissenschaftler, Sascha Fahl und Barbara Grüner, erhalten den zum ersten Mal vergebenen "Curious-Mind-Award".

Franz-Ulrich Hartl, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München, wurde am Dienstagabend in Darmstadt feierlich in die "Hall of Fame der deutschen Forschung" berufen. Der Zellbiologe hat spezielle Proteine entdeckt, sogenannte Chaperone, die neu synthetisierte Eiweißverbindungen in die richtige Form falten und ihnen so ihre komplizierte räumliche Struktur geben. Gelingt dies nicht, können die Eiweiße nicht funktionieren, und sie verklumpen. Im Gehirn kann es dann zu Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Chorea Huntington kommen. Hartl (61) sucht deshalb nach Ansätzen und pharmazeutischen Wirkstoffen, mit denen sich dieses Verklumpen verhindern lässt.

Die "Hall of Fame der deutschen Forschung" zeichnet alljährlich Wissenschaftler aus, deren Lebensleistung einen herausragenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Forschung geleistet und somit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zukunftsfähiger gemacht haben. Seit dem Jahr 2015 wird sie unterstützt vom Darmstädter Merck-Konzern.

Im Rahmen der Berufungsfeier für den neuen Laureaten wurde in diesem Jahr zum ersten Mal der "Curious-Mind-Award" an zwei junge Wissenschaftler vergeben, deren exzellente Forschungsarbeiten schon heute Nutzanwendungen für die Wirtschaft erkennen lassen. "Erfolgreiche Forscher sollten wir wie Rockstars feiern - und genau das tun wir mit dem Curious Mind Forscherpreis und der Hall of Fame. Neugierige und kreative Forscher treiben die Wissenschaft voran und stärken die Innovationskraft in Deutschland", sagte Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. Im globalen Wettbewerb um den hochqualifizierten Nachwuchs, so Oschmann weiter, sei "die Schaffung hervorragender Rahmenbedingungen und die Unterstützung von jungen Wissenschaftlern im Lande daher unabdingbar. Daher haben wir gemeinsam mit unserem Partner manager magazin den "Curious Mind Award" ins Leben gerufen."

In der Kategorie "Digitalisierung und Robotik" erhielt Sascha Fahl den mit 7.500 Euro dotierten Preis. Der Informatikprofessor erforscht an der Ruhr-Universität Bochum neue Technologien der Cybersicherheit. In der Kategorie Life Sciences wurde Barbara Grüner ausgezeichnet. Die Leiterin einer Nachwuchsforschergruppe am Westdeutschen Tumorzentrum in Essen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich neue Wirkstoffe der Krebstherapie entdecken und sinnvoll kombinieren lassen.

Gut einhundert prominente Gäste hatten sich bei der Festveranstaltung in Darmstadt versammelt: Neben Führungskräften aus dem Merck-Konzern feierten auch Stefan Sigg, Forschungsvorstand der Software AG, Holger Zinke, Gründer und Mitglied im Bioökonomierat der Bundesregierung der Brain Biotech AG, und Bernd Scheifele, Vorstandschef von HeidelbergCement. Boris Rhein, Minister für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen, sprach ein Grußwort.

Die "Hall of Fame der deutschen Forschung" hat nun 23 Mitglieder, darunter Harald zur Hausen, Medizin-Nobelpreisträger von 2008, Stefan Hell, Chemie-Nobelpreisträger von 2014, und Karlheinz Brandenburg, Entwickler des Datenkompressionsverfahrens mp3.

Ausführliche Beiträge zu den Ausgezeichneten finden sich ab dem 23. November in der Print-Ausgabe des manager magazins sowie auf manager magazin premium.

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