Montag, 19. November 2018

Wo die meisten Frauen Unternehmen gründen Deutschland? Erst auf Platz 48

Unternehmerinnengeist: In Deutschland ist er weniger ausgeprägt als in vielen anderen Ländern

Frauen als Neu-Unternehmerinnen sind in Deutschland noch immer selten: In einem Vergleich der weiblichen Gründungsquote in 54 Ländern kommt die Bundesrepublik erst auf Rang 48, gleichauf mit Griechenland. Die Untersuchung stammt vom RKW Kompetenzzentrum, einer gemeinnützigen Forschungs- und Entwicklungseinrichtung des RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft, die die Daten gemeinsam mit dem Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover erhoben und ausgewertet hat.

Spitzenreiter im Ranking ist Ecuador: 30,6 Prozent aller Frauen zwischen 18 und 65 sind hier werdende Gründerinnen oder Gründerinnen bereits bestehender junger Unternehmen. Dahinter folgen Vietnam (24,8 Prozent) und Peru (22,9 Prozent). Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Gründungsquote bei nur 3,9 Prozent - niedriger ist sie nur in fünf anderen der untersuchten Länder: Bulgarien (3 Prozent), Japan (2,8 Prozent), Bosnien und Herzegowina (2,7 Prozent), Italien und Frankreich (jeweils 2,4 Prozent).

In vielen Ländern mit hohem Gründerinnenanteil ist der unternehmerische Geist oft vermutlich eher aus der Not geboren - den Menschen mangelt es dort oft an Erwerbsalternativen; in diesen Ländern ist die Gründungsquote deshalb auch insgesamt sehr hoch. Aber auch in Ländern wie Kanada und Estland, die strukturell Deutschland ähnlicher sind, liegt die Gründungsquote von Frauen fast viermal höher als hierzulande.

Nur in drei Ländern gründen mehr Frauen als Männer eigene Unternehmen: Ecuador, Vietnam und Brasilien. In Katar und Kasachstan liegt die Gründungsquote unter Frauen gleichauf mit der der Männer. In Deutschland gründen Männer fast doppelt so oft ein eigenes Unternehmen wie Frauen. Das mag vor allem an der Einschätzung des möglichen Erfolgs liegen: Nur 35 Prozent der Frauen in Deutschland schätzen die Gründungschancen als gut ein (Männer: 48 Prozent); Frauen halten auch weniger von ihren persönlichen Gründungsfähigkeiten und haben mehr Angst vor dem Scheitern.

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