Samstag, 26. Mai 2018

Neue Gehaltsstudie von Xing Was die Deutschen verdienen

Gehaltsstudie: Das verdienen die Deutschen
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67.651 Euro inklusive Boni, Urlaubs- und Weihnachtsgeld: Das ist das Bruttodurchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland. Diese Zahl hat eine neue Gehaltsstudie ergeben, die das Karrierenetzwerk Xing mit 12.000 deutschen Mitgliedern durchgeführt hat. (Bei der Befragung ausgenommen waren Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst und Beamte, Gründer und Inhaber, Selbstständige, Freiberufler, Ruheständler, Studenten und Erwerbslose.)

Dabei gibt es große Gefälle je nach Wohnort, Geschlecht, Branche und Unternehmensgröße. Während der Durchschnittsverdienst in den westlichen Bundesländern bei 69.317 liegt, sind es in Ostdeutschland nur 56.496 Euro; Frauen werden in allen Branchen und Tätigkeitsbereichen im Schnitt weitaus schlechter bezahlt als Männer (siehe Grafik in unserer Übersicht). Am besten verdienen die Studienteilnehmer in Hessen (72.799 Euro), am wenigsten die in Sachsen-Anhalt (52.421 Euro).

Bildung zahlt sich auch finanziell aus: Befragte mit Hauptschulabschluss kamen auf ein Jahresgehalt von 52.809 Euro, promovierte auf 89.173 Euro. Am besten verdient man in den Branchen Banken und Finanzdienstleistungen (83.371 Euro) Versicherungen (82.554 Euro) sowie Beratung und Consulting (75.956 Euro); am wenigsten bezahlt wird in Tourismus und Gastronomie (50.319 Euro), Marketing, PR und Design (51.272 Euro) sowie im Öffentlichen Dienst, bei Verbänden und Einrichtungen (51.303 Euro). Große Unternehmen zahlen fast durchweg im Schnitt bessere Gehälter als kleinere: Wer etwa in einem Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern im Personalwesen tätig ist, verdient im Schnitt 47.802 Euro; in einer Firma mit mehr als 1000 Mitarbeitern sind es 78.928 Euro.

Die Befragung gibt auch Aufschluss über die Arbeitssituation der Teilnehmer. Knapp die Hälfte gab an, dass sie die Möglichkeit hat, von zu Hause aus zu arbeiten - und 87 Prozent nehmen diese auch gerne wahr. Aber egal von wo aus gearbeitet wird - Überstunden gehören dazu: 82 Prozent der Teilnehmer arbeiten nach eigenen Angaben mehr, als sie laut Arbeitsvertrag müssten, ein Fünftel macht mehr als zehn Überstunden pro Woche. Und nur bei 54 Prozent der Befragten werden Überstunden durch mehr Geld oder durch Freizeit ausgeglichen. Allerdings ist bei Führungskräften zeitlicher Mehraufwand oft bereits durch ein höheres Grundgehalt abgegolten.

manager magazin und Mynd erklären: Mit dem Ankereffekt zu mehr Gehalt

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Bild: Mynd

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten sind mit ihrem Gehalt nicht zufrieden; ein Drittel davon glaubt, unter dem Marktdurchschnitt zu verdienen, ein weiteres Drittel findet, dass sie nicht leistungsgerecht bezahlt werden, und ein Sechstel glaubt, dass Kollegen trotz gleicher Arbeit mehr verdienen. Mehr als drei Viertel der befragten XING-Mitglieder wünschen sich einen transparenten Umgang mit Gehaltsstrukturen in ihrem Unternehmen.

Auch dabei gibt es allerdings signifikante Unterschiede: Je mehr man selbst verdient, desto verschwiegener möchte man gerne sein. Nur etwa ein Drittel der XING-Mitglieder, die ab 90.000 Euro bis über 200.000 Euro im Jahr verdienen, wollen, dass Gehälter im eigenen Unternehmen offengelegt werden. Wer weniger als 60.000 Euro bekommt, hätte es gern genauer - hier sind mehr als 80 Prozent der Befragten für Gehaltstransparenz.

Eine Gehaltsobergrenze (etwa, dass das höchste Gehalt im Unternehmen nur 20 mal so hoch sein darf wie das niedrigste Gehalt) will nur knapp die Hälfte der Befragten. Wenig überraschend: Der Enthusiasmus für eine Deckelung wird in steigenden Gehaltsklassen immer geringer.

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