Sonntag, 23. April 2017

Entrepreneure des Jahres 2014: Hitfox Group Der Frühstarter

Sieger in der Kategorie "Startup": Jan Beckers, Gründer und CEO der Hitfox Group
Dominik Butzmann für manager magazin
Sieger in der Kategorie "Startup": Jan Beckers, Gründer und CEO der Hitfox Group

Das Gründen ist Jan Beckers' große Leidenschaft. Acht Internet-Startups hat er schon aus der Taufe gehoben, vier weitere sollen folgen - pro Jahr.

Berlin-Mitte. In dem Stadtteil wimmelt es nur so von Lobbyisten und Verbandsbüros. Doch neben dem Polit-Establishment hat sich rund um den Hackeschen Markt ziemlich geräuschlos auch eine alternative Szene entwickelt: Firmengründer.

Einer der wichtigsten Figuren dieses Milieus: Jan Beckers (31), groß, kräftig, kerniger Westfale. In dickem Pullover führt er durch seine Büros in der Rosenstraße. Altbau, hohe Räume. Alles ziemlich eng und unübersichtlich hier, und vor allem orange. Das Sofa im Foyer, die Plüschfüchse.

Orange ist die Haus- und Markenfarbe der Hitfox Group, die Jan Beckers 2011 gegründet hat. Inzwischen ist Hitfox zur Holding mutiert, unter deren Dach sich acht Internet-Startups tummeln.

Die Neugründungen sitzen ein paar Häuser weiter, in einem der vielen Hinterhöfe, die so typisch sind für Berlin, verteilt auf drei Etagen. Überall steht der obligatorische Kicker, an die Wände sind sinnvolle wie sinnlose Sprüche gemalt, daneben kleben selbst gebastelte Organigramme aus Pappe mit kleinen Fotos von Köpfen, unter die Vornamen gekritzelt sind.

Es wird Englisch gesprochen, so wie es sich für echte Multikulti-Großraumbüros gehört. "Wir haben Mitarbeiter aus 39 Nationen", sagt Beckers. Die jungen Leute sitzen dicht an dicht vor ihren Laptops, Raum zum Expandieren gibt es kaum noch. Weitere 1000 Quadratmeter hat Beckers deshalb bereits gemietet, um die Ecke, für seine nächsten Startups.

Beckers ist ein typischer Serientäter oder - wie es in der Fachsprache heißt - ein Serial Entrepreneur. Einmal Gründer, immer Gründer. Jedes Jahr will er vier, fünf neue Startups erschaffen. "Unternehmen zu gründen steckt in meiner DNA", sagt Beckers. Offenbar wurde die nicht direkt vererbt. Der Vater ist Jurist, die Mutter Lehrerin. Immerhin, der Opa besaß einst eine Windkraftfirma, die er an GE verkaufte.

Tief eingetaucht in die deutsche Startup-Community

Wirtschaft faszinierte Jan Beckers schon immer. Als Teenager verjubelte er sein für den Führerschein zurückgelegtes Geld in Aktien von Electronic Arts (EA), einer der führenden Anbieter von Computerspielen. Er ging auf ein Wirtschaftsgymnasium und studierte BWL in Münster.

Das Studium allein lastete ihn allerdings nicht aus. Da er gern feiert, veranstaltete er regelmäßig Partys und berichtete dann in seinem Onlineportal Studenta.de über die Münsteraner Szene.

Nach dem Diplom war klar: "Ich will was im Internet machen." Warum? Weil man da "auch als junger Mensch schnell viel erreichen" könne, sagt er. Ihm war aber auch klar, dass er sich gut vorbereiten musste auf sein Leben als Nerd.

Und so suchte er sich zunächst ganz gezielt Jobs, bei denen er lernen konnte, wie das Geschäft im Web funktioniert. Er heuerte als Chefredakteur beim Onlineportal Gruenderszene.de an und tauchte tief ein in die deutsche Startup-Community. Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt im Silicon Valley lernte er einen Teil der US-Gründerszene kennen.

Beide Stationen waren nur von kurzer Dauer, aber sie halfen ihm, ein wertvolles Netzwerk zu knüpfen und neue Ideen aufzusaugen. Er fühlte sich gerüstet und startete 2011 gemeinsam mit Tim Koschella (der bereits bei Lecturio.de und Mysportsgroup.com Erfahrungen gesammelt hat), dem Ex-McKinsey-Berater Hanno Fichtner und einem Batzen Wagniskapital (unter anderem von Holtzbrinck, Tengelmann und Hasso Plattner) die Firma Hitfox, die Computerspiele online und mobil vermarktete.

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