Mittwoch, 26. April 2017

Entrepreneure des Jahres 2014: Hitfox Group Der Frühstarter

Sieger in der Kategorie "Startup": Jan Beckers, Gründer und CEO der Hitfox Group
Dominik Butzmann für manager magazin
Sieger in der Kategorie "Startup": Jan Beckers, Gründer und CEO der Hitfox Group

2. Teil: Strenge Auslese bei Hitfox - und eine Feel-Good-Managerin

Weil Hitfox schnell erfolgreich war, gründeten und kauften Beckers und sein Team im Jahresrhythmus neue Startups: den Spielevermarkter Applift, den Werbevermarkter Ad2games, die Empfehlungsplattform Gamefinder, den Big-Data-Provider Datamonk und den Onlinevermarkter Apploop. Zusammen machen die Unternehmen der Gruppe heute bereits rund 50 Millionen Euro Umsatz und mehr als 15 Millionen Euro Gewinn - eine stolze Rendite.

Demnächst will Beckers auch Finanzdienstleistungen online anbieten. In diesem Markt sieht er angesichts der Schläfrigkeit der Banken noch ein riesiges, unausgeschöpftes Potenzial.

Beckers achtet darauf, dass seine Neugründungen immer Synergieeffekte nutzen - beispielsweise die gleiche Software: "Wir haben auf IT-Seite eine gewisse Basistechnologie. Die können wir fast 1:1 auf alle unsere Neugründungen übertragen." So ähnlich funktioniert auch Rocket Internet, der inzwischen börsennotierte Brutkasten der Samwer-Brüder. Wie beim großen Rivalen tauscht auch Beckers sein Personal rege hin und her.

Wer sich in einem bereits etablierten Start-up der Gruppe bewährt hat, kann in einem neuen als Mitgründer dabei sein. Ein System, das seine eigenen Entrepreneure kreiert.

Beckers wählt seine Mitarbeiter daher sehr genau aus. Allein 30 Interviews führt er jeden Monat selbst, seine Ansprüche sind hoch: "Die Bewerber müssen so erfolgshungrig wie wir sein, schnell im Handeln und eine gewisse Ungeduld mitbringen."

Strenge Auslese bei Hitfox - und eine Feel-Good-Managerin

Berlin ist da aus seiner Sicht genau der richtige Standort. "Die Stadt bietet inzwischen ein funktionierendes Ökosystem für Startups", sagt der Westfale Beckers. Junge, vor allem technik- und internetaffine Leute aus aller Welt strömen in die deutsche Hauptstadt. Jeden Monat landen 1300 Bewerbungen auf dem Schreibtisch der Personalchefin von Hitfox.

Wer es durch die strenge Auslese zu Hitfox geschafft hat, den erwartet ein angenehmes Arbeitsklima. Rund 60 Prozent der über 280 Mitarbeiter kommen in den Genuss einer satten Beteiligung; und die Feel-Good-Managerin Sarah Hoffmann stellt sicher, dass sich die langen Arbeitstage kürzer anfühlen, als sie sind. Sie sorgt für eine Rundumbetreuung, hilft Neuankömmlingen bei der Wohnungssuche, organisiert Babysitter, macht für ausländische Mitarbeiter Behördengänge und - ganz wichtig - organisiert die Kickerturniere.

Denn Spaß muss sein. Das weiß auch Jan Beckers, der bekennende Partylöwe ("Ich gehe gern feiern"). Aus Liebe zu den alten Zeiten veranstaltet er nach wie vor viermal im Jahr die Party "We love MS" im "Heaven" in Münster. Ins bunte Berliner Nachtleben taucht er erst nach getaner Arbeit ein. Die dauert bei ihm bis 22 Uhr. Danach geht er meist noch mit Kollegen essen, zum Sport oder eben feiern.

Als kleinen Luxus gönnt er sich sonst nur ein Hausboot mit großer Terrasse. Es liegt in Spandau unweit des Flughafens Tegel vor Anker.

Immer wenn er dort auf dem Rückflug von einer seiner vielen Reisen ins Silicon Valley oder nach Asien landet, schaut er aus dem Fenster, ob es noch da ist. Einmal war es weg. Man hatte es - ohne sein Wissen - zur Reparatur gebracht.

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