Samstag, 22. Juli 2017

Alle Artikel und Hintergründe

So bewerten Mitarbeiter von VW, Audi, BMW und Daimler ihre Arbeitgeber Das neue Wir-Gefühl bei Volkswagen

Mitarbeiterzufriedenheit: Audi, BMW, Daimler und Volkswagen im Vergleich
Fotos
DPA

Welche Autos die Deutschen am liebsten fahren, darüber gibt die Zulassungsstatistik Auskunft. Aber welcher deutsche Autobauer ist bei den eigenen Mitarbeitern am beliebtesten? Das zur Xing-Gruppe gehörende Arbeitgeberbewertungsportal Kununu hat exklusiv für manager-magazin.de 2480 Bewertungen aus den vergangenen zwölf Monaten analysiert und Audi Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen miteinander verglichen. Die Entwicklungen in diesem Zeitraum können Sie in diesen Grafiken sehen.

Der Abgasskandal hatte deutliche Spuren nicht nur im Aktienkurs von VW hinterlassen, sondern auch bei der Bewertung durch die eigenen Mitarbeiter. Mittlerweile haben sich die Imagewerte, die lange im Keller waren, aber wieder erholt. Für den Zeitraum vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2017 erzielte VW im Vergleich mit den anderen Automarken sogar Bestwerte in den Kategorien Kollegenzusammenhalt, interessante Aufgaben, Arbeitsatmosphäre, Gehaltszufriedenheit, Arbeitsbedingungen sowie Umwelt- und Sozialbewusstsein. Im Gesamtscore liegt Volkswagen damit wieder an erster Stelle - wobei die Autobauer insgesamt recht gut abschneiden.

Lesen Sie auch: Deutsche Autoindustrie im Umbruch - Disruption dauert

Auch VW-Tochter Audi litt im Sog des Abgasskandals unter Imageschäden. Im Gesamtranking liegt Audi auf dem letzten Platz. Unzufrieden sind die Mitarbeiter laut Kununu vor allem mit der Informationspolitik. "Die meisten Informationen erhalten wir aus den öffentlichen Medien", so einer. Es sei "eine aktuell schwierige Situation", fasst ein anderer zusammen; die Wertung "Kommunikation" verbesserte sich im jüngsten Quartal allerdings wieder.

Auf Platz drei: BMW. Der Bayrische Konzern gilt laut Kununu bei seinen Mitarbeitern als innovativ. Mitarbeiter schreiben von einem "stetigen Treiben und Suchen nach neuen Innovationen", der Möglichkeit, "aktiv bei der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken" und attestieren BMW, "gut gerüstet für die nächsten 100 Jahre" zu sein.

Auch das gute Image wird gelobt, wenngleich einige Mitarbeiter das externe Image besser einschätzen als die tatsächlichen Verhältnisse. So schreibt ein User: "Geld verdirbt den Charakter". Ein anderer meint, man sollte "mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen, diese Überheblichkeit ist kaum auszuhalten". Zudem werden die "zu vielen Zeit- und Werksverträge" kritisiert.



Eines der Hauptstichworte für Daimler in den Bewertungen der Mitarbeiter ist "Zukunftsorientierung". Mitarbeiter sprechen von "einem zukunftsorientierten Produktionsstandort", einem "Zukunftswerk" und einem Konzern, der "ausgerichtet auf die Zukunft ist". Daimler "denke die Zukunft", "definiert die Zukunft", der "globale Automobilhersteller modernisiert sich". Mitarbeiter attestieren Daimler, ein "Top Arbeitgeber im Umbruch" zu sein - "viel Besseres dürfte es kaum geben". Und auch der berühmte Leitsatz von Gottlieb Daimler - "Das Beste oder nichts" - findet sich oft in den Bewertungen.

Lesen Sie auch: Was Arbeitnehmer wirklich wollen (und was geboten wird)

In den Kategorien "Image" und "Kommunikation" liegt Daimler vorn. Ein Mitarbeiter spricht von einem "sehr positiven Wandel vom konservativen Großkonzern hin zu einem agilen, jungen Unternehmen mit vielen Freiheiten und direkten Kommunikationswegen". Trotzdem bleiben die Mitarbeiter kritisch. Ein User sieht eine "simulierte Start-up-Mentalität" und glaubt, ein "Konzern mit über 130 Jahren Erfahrung" könne "nicht von heute auf morgen die Mentalität, Agilität und Kreativität eines Start-ups erreichen."

Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH