Sonntag, 25. September 2016

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MBA World Summit Nur noch kurz die Welt ändern

MBA World Summit: Gipfeltreffen der Überflieger
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Klaus Werle

MBA-Studenten wollen bewegen, möglichst schnell, möglichst viel. Doch sind dafür Startups der bessere Ort oder Konzerne? Auf dem MBA World Summit der künftigen Business-Elite wird deutlich: Für Unternehmen wird es schwieriger, bei der anspruchsvollen Zielgruppe zu punkten.

Hongkong - Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ecken der Erde, doch als Tim Eisenmann von Lufthansa erzählt, reitet er auf einer Welle der Zustimmung. Eisenmann ist 24 Jahre alt und MBA-Student in Stanford, zuvor arbeitete er zwei Jahre lang im Bereich "Sales Strategy and Post Merger Integration" der Lufthansa. Seine Erfahrungen bei der Airline lassen sich als durchwachsen beschreiben, zurückhaltend formuliert.

Bei vielen der MBA-Studenten in einem Konferenzraum des Gründer- und Technologiezentrums Cyberport in Hongkong, die bei anderen Großunternehmen im Sold standen, trifft er damit einen Nerv. Starre Hierarchien, kein klarer Karrierepfad? Zustimmendes Gemurmel. Das Gefühl, in den eigenen Ambitionen ausgebremst zu werden, im Job nicht den erhofften Aufschlag landen zu können? Nachdrückliches Nicken ringsum.

Am nächsten Tag wird Eisenmanns Workshop mit dem Titel "Shaping the world - Startup or Big Business?" den Preis für die beliebteste Veranstaltung beim "MBA World Summit 2014" erhalten. Kaum erstaunlich, bringt sie doch die Frage auf den Punkt, die derzeit wie kaum eine zweite unter MBA-Studenten debattiert wird.

"Es muss schon der Traumjob sein"

Mag auch der "Master of Business Administration" als Ganzes durch immer mehr Anbieter und zuletzt sinkende Bewerberzahlen ein wenig Glanz eingebüßt haben - wer an einer der Top-Schulen wie Harvard oder Stanford sein Manager-Examen ablegt, kann sich nach wie vor seinen Job aussuchen. Das Gipfeltreffen der MBAler in Hongkong zeigt, wie schwierig es selbst für globale Großunternehmen geworden ist, bei der anspruchsvollen Zielgruppe zu punkten. "Ich studiere in Stanford", sagt Eisenmann, "nach dem Abschluss nehme ich sicher nicht das Zweitbeste. Es muss schon der Traumjob sein."

Ausgerichtet vom Talent-Netzwerk "QX-Quarterly Crossing" trafen sich gut sechzig MBA-Studenten der weltweit renommiertesten Manager-Schmieden in der asiatischen Metropole, um über Ethik, Private Euity in Schwellenländern oder Rockstars als Vorbilder für Manager zu diskutieren. "Anstatt sich von Vorträgen externer Manager berieseln zu lassen, stellen die Studenten hier ihr eigenes Programm auf.

So können sich die Führungstalente der Business Schools weltweit vernetzen und von ihren Erfahrungen gegenseitig profitieren", sagt QX-Gründer Thomas Fuchs, der die in dieser Form einzigartige Veranstaltung künftig dauerhaft etablieren will. Wissensaustausch, Kontaktpflege, dazwischen Stadtführung, ein Bootstrip und abends Party im angesagten Club Dragon-I. Eben Work hard, play hard.

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