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27.02.2012
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Frauen und Karriere
"Männliche Role Models müssen her"

Von Eva Buchhorn und Klaus Werle

Frauenförderung: "Wenn die Unterstützung fähiger Mitarbeiterinnen bonusrelevant würde, käme mehr Tempo in den Prozess"
Corbis

Frauenförderung: "Wenn die Unterstützung fähiger Mitarbeiterinnen bonusrelevant würde, käme mehr Tempo in den Prozess"

Teilzeitpositionen für Topmanager? Home Office? Keine Meetings nach 18 Uhr? Viele Dax-Unternehmen mühen sich, Frauenkarrieren zu fördern - und den Frauenanteil in den Vorstandsetagen zu erhöhen. Mit unterschiedlichem Erfolg, wie die große Übersicht von manager magazin über die Dax-30-Konzerne zeigt.

Hamburg - Alle reden von Frauenförderung. Aber was steckt dahinter? Wieviel Energie verwenden Deutschlands Konzerne tatsächlich auf die Unterstützung weiblicher Talente? Und welche Maßnahmen sind wirklich effektiv? manager magazin hat gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg die Dax-30-Unternehmen untersucht.

Das Ergebnis der umfangreichen Untersuchung: Vor allem in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die Unternehmen gut aufgestellt. Fast jeder Konzern bietet flexible Arbeitszeiten und Unterstützung bei der Kinderbetreuung an. Auch spezielles Coaching für Frauen und Mentoringprogramme sind sehr verbreitet.

In allen Dax-Unternehmen steht das Thema auf der aktuellen Agenda: Überall finden Diskussionsrunden oder Interviews mit den Mitarbeiterinnen statt, um herauszufinden, wie Frauenförderung in der Praxis am besten funktioniert. . Nahezu alle Firmen gaben an, sie würden das Thema mittels spezieller Botschafter intern vorantreiben.

Noch erfolgreicher wären die Unternehmen allerdings, wenn sie ihre Maßnahmen in eine stringente Diversity-Strategie einbauten, meint Michael Domsch, Professor für Personalwesen und Internationales Management sowie Leiter des MDC Management Development Centers an der Helmut-Schmidt-Universität: "Dazu gehört auch, endlich alternative Laufbahnkonzepte wie die Fach-und Projektlaufbahn vermehrt zu konzipieren und gleichwertig einzuführen."

Auch die Verankerung der Frauenförderung in den Zielvereinbarungen der Führungskräfte zählt Domsch zu den besonders effektiven Instrumenten: "Wenn die Unterstützung fähiger Mitarbeiterinnen bonusrelevant würde, käme mit Sicherheit mehr Tempo in den Prozeß", meint der Personal-Wissenschaftler. Doch vor solch rigiden Maßnahmen schreckt die Mehrheit der befragten Unternehmen zurück: Gerade mal 42 Prozent der Firmen sind dabei.

Die Arbeitskultur der Konzerne verändern

Die besondere Beachtung hochqualifizierter Frauen bei Potenzialdiskussionen oder Besetzungsentscheidungen ist ebenfalls noch keineswegs selbstverständlich: nur 76 beziehungsweise 65 Prozent der Firmen achten in diesen Prozessen auf die gezielte Einbeziehung der Frauen.

Noch viel weniger Unternehmen - gerade mal 15 Prozent - sorgen dafür, dass Frauen gezielt bei Auslandsentsendungen berücksichtigt werden. Dabei zeigt die Praxis, dass dieses Mittel sehr effektiv ist, wenn es darum geht, jungen Frauen Appetit auf eine ambitionierte Laufbahn zu machen.

"Die Unternehmen sind guten Willens, und sie haben schon einiges auf den Weg gebracht", resümiert Domsch. Jetzt müsse es darum gehen, durch sorgfältiges Monitoring auf Kurs zu bleiben und langfristig auch die Arbeitskultur der Konzerne zu verändern. "Wir brauchen mehr männliche Role Models, die den Mut haben, sich für Frauenförderprogramme zu engagieren." Von etlichen Maßnahmen für die Frauen - Arbeitszeitflexibilität, Teilzeit für Führungsleute - profitierten schließlich auch die Männer.

Gemeinsam mit seiner Kollegin Desirée Ladwig von der FH Lübeck hat Domsch den "genderdax" ins Leben gerufen. Auf dieser Internetplattform können Dax-Konzerne und MIttelständler ihre Aktivitäten in Sachen Frauenförderung publik machen.

Bislang hatte nur ein Teil der Dax-30-Firmen die Chance genutzt, ihre Daten in den genderdax einzustellen. mm hat die fehlenden Kandidaten Anfang des Jahres in einer eigenen Umfrage auf Basis der genderdax-Fragen um Auskunft gebeten.

Bis auf K+S, Thyssen Krupp und Fresenius, die sich nicht an der Umfrage beteiligen wollten, liegen die Daten aus der Gruppe der Dax-30 nun vollständig vor.

Sie finden diese Daten der Dax-30-Unternehmen als knappe, konzentrierte Steckbriefe. Wer die Unternehmen im Überblick vergleichen möchte, findet alle Daten noch einmal in einer übersichtlichen Tabelle, die die Bundeswehr-Uni Hamburg zusammengestellt hat.

Einen großen Report zu gelungenen Ansätzen der Frauenförderung (Allianz, Daimler, Deutsche Bank, Henkel) finden Sie außerdem im aktuellen manager magazin , das jetzt am Kiosk erhältlich ist.

Wer Frauen fördert: Die Steckbriefe der Dax-Konzerne im Überblick

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