Montag, 17. Dezember 2018

Geldwäsche Ex-Frau des Flowtex-Chefs verurteilt

Das Landgericht Karlsruhe hat im Zusammenhang mit dem Flowtex-Skandal die frühere Ehefrau des Haupttäters Manfred Schmider der Geldwäsche für schuldig befunden. Die Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verurteilt. Die Hauptvorwürfe ließen die Richter allerdings fallen.

Karlsruhe - In Bezug auf die Hauptvorwürfe sei der Grundsatz "Im Zweifel für die Angeklagte" angewendet worden, hieß es. Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau unter anderem vorgeworfen, nach der Verhaftung von Schmider im Jahr 2000 fünf Millionen Schweizer Franken (etwa 3,3 Millionen Euro) von einem Konto abgezweigt zu haben. Das Geld soll überwiegend aus dem Flowtex-Betrug gestammt haben.

Die zuständige Strafkammer sprach sie jedoch in diesem Punkt frei. Es habe nicht mit der nötigen Sicherheit festgestellt werden können, dass die Angeklagte damals ihren Vermögensberater beauftragt habe, das Geld abzuheben.

Schuldig gesprochen wurde die Angeklagte dagegen, weil sie ein Gemälde von Marc Chagall im Wert von 58.000 Euro als Sicherheit für ein Darlehen hingegeben hatte. Dem Gericht zufolge habe sie damit rechnen müssen, dass das 1997 erworbene Kunstwerk mit Geld aus dem Flowtex-Betrug bezahlt worden war. Die Verteidigung hatte in allen Anklagepunkten einen Freispruch beantragt, die Staatsanwaltschaft auf eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten plädiert.

Der im Jahr 2000 aufgeflogene Flowtex-Betrug mit fingierten Bohrsystemen gilt als bislang größter Fall von Wirtschaftskriminalität in der Bundesrepublik. Banken und Leasinggesellschaften war dadurch ein Schaden in Höhe von rund zwei Milliarden Euro entstanden. Flowtex-Chef Schmider und seine Komplizen hatten über Jahre hinweg mit Bohrsystemen gehandelt, die zum großen Teil gar nicht existierten. Schmider wurde wegen Betrugs zu elf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Inzwischen befindet er sich wieder auf freiem Fuß.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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