Dienstag, 17. Juli 2018

Feodor Lynen Pionier der deutschen Biotech

Sein Lehrstuhl gehörte zum Institut für Chemie der Uni München. Den Nobelpreis bekam Feodor Lynen 1964 jedoch nicht in seiner angestammten Wissenschaftsdisziplin, sondern in Medizin: Er hatte die nüchternen, analytischen Methoden der Chemie in die Biologie übertragen.

Hamburg - Damit konnte Feodor Lynen die Substanzen identifizieren, mit denen lebende Zellen ihren Energiehaushalt managen - und die chemischen Reaktionen, mit denen die Zellen diese Verbindungen herstellen, Energie speichern oder abgeben können.

Historischer Laureat Feodor Lynen
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Historischer Laureat Feodor Lynen
Auf der Basis von Lynens Entdeckungen wurden die Therapien gegen tödliche Volkskrankheiten wie Diabetes und Arteriosklerose verbessert und Medikamente gegen zu hohes Blutcholesterin entwickelt - bis heute die Cashcow für Pharmakonzerne wie Pfizer.

Als konsequente Fortsetzung seiner Arbeit gründete Lynen im Jahr 1972 das Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München. Es gilt bis heute als die Keimzelle der deutschen Biotech-Industrie. Deren Erfolg konnte Lynen jedoch nicht mehr miterleben. Er starb 1979 im Alter von 68 Jahren.

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