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01.07.2009
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Business-Angel Boersch
"Da wird massenhaft geblufft"

Von Claus G. Schmalholz

2. Teil: "Was zählt ist das richtige Team"

mm.de: Wie können Gründer den passenden Business-Angel finden?

Boersch: Zum Beispiel über Organisationen wie Band oder einen der zahlreichen regionalen Business-Angel-Clubs, wie das Netzwerk Nordbayern, in denen sich in Deutschland aktive Business-Angels zusammengeschlossen haben. Europaweit gibt es rund 10.000 aktive Business-Angels, von denen die meisten allerdings keine riesigen Summen zur Verfügung stellen können. Die Investments für ein Unternehmen bewegen sich typischerweise zwischen 50.000 Euro und einer Million Euro. Typisch ist, dass eine handvoll Business-Angels eine Start-up-Finanzierung von rund einer Million Euro zusammen stemmt.

Zur Person: Cornelius Boersch

Cornelius Boersch (41) ist Hauptanteilseigner der Schweizer Mountain Partners Group, zu der die Mountain Super Angel AG (ISIN CH0033050961), Bluehill ID AG (ISIN CH0031958629), Cleantech Invest AG (ISIN CH0034183175), Taishan Invest AG sowie die Omnis Mundi Invest AG gehören, die jeweils in bestimmten Branchen investieren.

Die Gruppe hat in rund 100 technologiegetriebene, schnellwachsende Unternehmen investiert (unter anderen Yasni und BuyVIP) und Unternehmen wie Smartrac Technologies oder Corpcom mitfinanziert und inzwischen weiterverkauft.

Boersch ist Mitgründer des Chiphändlers ACG, den er 1999 an die Börse brachte und einige Jahre als CEO führte. Im Jahr 2000 wurde er zum "Entrepreneur des Jahres" gewählt.

Boersch hat an der Universität Essen über Kreditgenossenschaften und Risikokapital promoviert und schreibt eine Habilitation über die Finanzierung schnell wachsender Unternehmen.

Boersch ist auch politisch aktiv. Er ist wirtschaftspolitischer Berater von FDP-Chef Guido Westerwelle. Im Bundestagswahlkampf organisiert und finanziert Boersch die Onlinekampagne der FDP.
mm.de: Wie können Gründer sicherstellen, dass ihre Idee nicht einfach kopiert wird?

Boersch: Es wird viel darüber geredet, allerdings ist es in meiner Karriere als Investor kaum vorgekommen, dass eine Idee von Investoren kopiert und ohne das Team umgesetzt wird. Ohne wirklich offen zu sein, wird man aber schwer Investoren finden. Mal ehrlich: Kaum ein Start-up verfügt über eine wirklich grundlegend neue Innovation. Was tatsächlich zählt ist das richtige Team zur Umsetzung der Idee.

mm.de: Wie können Gründer erkennen, ob sie einen seriösen, gut vernetzten Business-Angel vor sich haben?

Boersch: Eine gute Anlaufstelle sind die Internetforen, auf denen sich Gründer austauschen, zum Beispiel www.deutsche-startups.de. Wenn man dann noch ein bisschen rumfragt unter anderen Business-Angels und Gründern, dann kriegt man schnell raus, ob einer wirklich das Know-how und gute Kontakte hat, um das eigene Geschäft voranzutreiben. Wie im richtigen Leben muss man aber auch etwas Glück haben.

mm.de: Was dürfen Gründer von einem guten Business-Angel erwarten?

Boersch: Geld allein ist zu wenig. Ein guter Business-Angel verfügt über ein ausreichend großes Netzwerk und nutzt dies, um den Unternehmern Kontakte zu machen. Typische Fragen, die mir immer wieder gestellt werden sind: Kannst du mir die Tür bei einem bestimmten Unternehmen öffnen, um zum Beispiel neue Kunden zu akquirieren. Im Prinzip arbeitet ein Business-Angel wie ein klassischer Unternehmensberater, nur dass er dafür kein Honorar bekommt, sondern Anteile am Unternehmen kauft und durch die Wertsteigerung des Unternehmens profitiert.

mm.de: Wie viele Anteile ihrer Firma dürfen Gründer behalten, wenn sie Business-Angel ins Unternehmen holen?

Boersch: Business-Angels halten in der Regel weniger als 30 Prozent eines Unternehmens. Wenn später weitere Investoren hinzukommen, reduzieren sich die Anteile der Gründer entsprechend. Natürlich leiden die Gründer darunter und wehren sich bisweilen auch dagegen. Aber auch hier gilt die Devise, lieber ein Prozent von einer guten Sache als 100 Prozent von nichts. Ein Problem ist jetzt natürlich, dass die Bewertungen für die jungen Firmen seit rund zwei Jahren deutlich zurückgegangen sind. Da wecken die Millionensummen, die für Anteile an jungen Unternehmen wie Facebook oder StudiVZ gezahlt wurden, oftmals falsche Erwartungen.

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