Dienstag, 13. November 2018

Deutsche Bank Ex-Chef Guth gestorben

Er war der Nachfolger des legendären Hermann J. Abs und Vorgänger von Alfred Herrhausen: Wilfried Guth, Chef der Deutschen Bank von 1976 bis 1985, etablierte das Frankfurter Institut in der Spitzengruppe der internationalen Bankkonzerne. Guth starb am Freitag vergangener Woche im Alter von 89 Jahren.

Frankfurt am Main - Der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, Wilfried Guth, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Guth starb am Freitag vergangener Woche, wie die Bank und seine Familie am Mittwoch in Anzeigen mitteilten.

Starb im Alter von 89 Jahren: Wilfried Guth, langjähriger Vorstandssprecher der Deutschen Bank
Der Manager war von 1976 bis 1985 Vorstandssprecher der Deutschen Bank und blieb dann bis 1990 ihr Aufsichtsratsvorsitzender. Dem Kontrollgremium gehörte er noch bis 1995 an. Auch bei anderen ersten Adressen der damaligen "Deutschland AG" wie Daimler-Benz Börsen-Chart zeigen, Allianz Börsen-Chart zeigen , Siemens Börsen-Chart zeigen oder Henkel Börsen-Chart zeigen hatte er Aufsichtsratsmandate inne.

Der 1919 in Erlangen geborene Guth hatte seine Karriere bei der Bank deutscher Länder begonnen und war von seinem legendären Vorgänger Hermann J. Abs von der staatlichen KfW im Jahr 1968 in den Vorstand der Deutschen Bank geholt worden. Sein Amt als Vorstandssprecher bekleidete er gemeinsam mit Wilhelm Christians, bevor er für Alfred Herrhausen Platz machte.

Guth, Neffe des ehemaligen deutschen Wirtschaftsministers und Bundeskanzlers Ludwig Erhard, hat die Deutsche Bank in der Spitzengruppe der internationalen Bank-Konzerne etabliert. In seiner Amtszeit stärkte der deutsche Branchenprimus sein Emissionsgeschäft und stieg in das später so lukrative Geschäft des Investmentbankings ein. Guth soll unter anderem dafür gesorgt haben, dass unkalkulierbare Risiken vermieden wurden.

Nach sieben Jahren russischer Kriegsgefangenschaft hatte Guth erst 1949 sein volkswirtschaftliches Studium in Bonn, Genf, Heidelberg und London aufnehmen können. Er promovierte über "Kapitalexport in unterentwickelte Länder" und widmete sich auch später vor allem internationalen Fragen. Weitere berufliche Stationen waren die Bundesbank und der Internationale Währungsfonds in Washington. Guth galt als "Außenminister der Deutschen Bank", dessen Rat weltweit gesucht wurde. Privat interessierte sich der Vater dreier Kinder für Literatur, Theater und Musik.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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