Mittwoch, 16. Januar 2019

Badenia Ex-Finanzvorstand wegen Schrottimmobilien angeklagt

Elmar Agostini, Ex-Finanzvorstand der Bausparkasse Badenia, kommt wegen Untreue vor Gericht. Das Unternehmen soll überteuerte Darlehen für überteuerte Wohnungen gewährt haben. Die Verantwortung dafür wird Agostini zugewiesen.

Mannheim - Im jahrelangen Streit um sogenannte Schrottimmobilien der Bausparkasse Badenia ist der Ex-Finanzvorstand des Unternehmens wegen Untreueverdachts angeklagt worden. Elmar Agostini muss sich vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim in fünf besonders schweren Fällen verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Aufarbeitung: Badenia steht im Zentrum eines Skandals um Schrottimmobilien
Der 62-Jährige war von 1993 bis 2001 für die Badenia-Finanzen zuständig. In dieser Zeit soll die Badenia überteuerte Darlehen für überteuerte Wohnungen gewährt haben. Diese überhöhten Werte soll Agostini festgesetzt haben. "Dadurch waren die von der Badenia vergebenen Darlehen nicht ausreichend gesichert", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Hintergrund sind die Immobilienverkäufe der inzwischen insolventen Dortmunder Firma Heinen & Biege. Sie vertrieb in den 90er Jahren Wohnungen, die als Steuersparmodell ohne Eigenkapital zur Altersversorgung für weniger solvente Käufer gedacht waren. Badenia hatte mehr als 7000 solcher Käufe finanziert.

Die Bausparkasse wurde im Februar in sieben Urteilen des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe zu einer Zahlung von Schadensansprüchen an geprellte Käufer verpflichtet. Laut OLG seien die Käufer "arglistig" getäuscht worden. Es laufen insgesamt über 1000 Prozesse, mit einigen Klägern wurden bereits Vergleiche geschlossen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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