Freitag, 22. Februar 2019

HSH Nordbank Verlust verringert, Vorstand entlassen

Die HSH Nordbank hat dem beurlaubten Vorstand Frank Roth fristlos gekündigt. Dem bisherigen COO wird vorgeworfen, Betriebsgeheimnisse verraten zu haben. Aufsichtsratschef Wolfgang Peiner wurde ermächtigt, Strafantrag gegen Roth zu stellen. Der Verlust des Instituts fiel unterdessen geringer aus als erwartet.

Hamburg/Kiel - Wie das Kontrollgremium der HSH Nordbank am Montag in Hamburg mitteilte, hat der Aufsichtsrat seinen Vorsitzenden Wolfgang Peiner ermächtigt, Strafantrag gegen Frank Roth wegen Geheimnisverrats zu stellen. Roth war für das operative Geschäft des angeschlagenen Geldinstitutes verantwortlich. Er war erst zum 1. Juli 2008 in den Vorstand berufen worden.

Gegangen worden: HSH-Vorstand Roth
HSH Nordbank
Gegangen worden: HSH-Vorstand Roth
Zudem gab die HSH Nordbank bekannt, dass sie das vergangene Jahr mit einem etwas geringeren Konzernfehlbetrag als zunächst bekanntgegeben beendet hat. Es sei ein Verlust von 2,7 Milliarden Euro verzeichnet worden, teilte die Landesbank mit.

Mitte Februar war das Finanzinstitut von bis zu 2,8 Milliarden Euro ausgegangen. Dieser Verlust versteht sich vor Restrukturierungsaufwendungen, Steuern und Verlustbeteiligungen Dritter. Im Vorjahr hatte das Finanzinstitut noch einen Gewinn nach Steuern von 285 Millionen Euro verzeichnet.

In dem Verlust seien Abschreibungen auf das Kreditersatzgeschäft in Milliardenhöhe sowie weitere Belastungen aus der Finanzmarktkrise und Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers Börsen-Chart zeigen und dem Zusammenbruch isländischer Banken enthalten, hieß es im Februar.

Das erste Quartal sei besser als erwartet ausgefallen, teilte der Aufsichtsrat weiter mit. "Dies ist unter anderem auf die positive Entwicklung des Zinsüberschusses zurückzuführen. Darüber hinaus ist es der HSH Nordbank gelungen, ein stabiles Provisionsergebnis zu erzielen." Auch in den ersten drei Monaten seien jedoch unerwartet hohe Wertberichtigungen notwendig gewesen. Die Risikovorsorge im klassischen Kreditgeschäft habe hingegen im Plan gelegen.

Das Land Schleswig-Holstein hält gut 29 Prozent der Anteile an dem Institut. Weitere Anteile halten Hamburg (gut 30 Prozent), der schleswig-holsteinische Sparkassen- und Giroverband (knapp 15 Prozent) sowie die US-Beteiligungsgesellschaft J.C. Flowers (knapp 26 Prozent).

manager-magazin.de mit Material von ddp

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