Freitag, 16. November 2018

Lufthansa Swiss-Chef wird Konzernvize

Die Lufthansa beruft Swiss-Chef Christoph Franz zum Konzernvize. Damit stellt das Unternehmen die Weichen für die Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber. Zugleich ordnet die Lufthansa ihre Vorstandsressorts neu.

Frankfurt - Christoph Franz (48) übernimmt ab Juni auch die Leitung des bislang Mayrhuber unterstellten Passagiergeschäfts, teilte das Unternehmen am Donnerstag im Anschluss an eine Aufsichtsratsitzung mit. Zugleich ordnete die Fluggesellschaft ihre Vorstandsressorts neu. Die Integration und Zusammenarbeit künftiger Töchter soll künftig in einem eigenen Bereich gelenkt werden. Lufthansa plant nach der Integration von Swiss die Übernahme von Austrian Airlines, der britischen BMI und von Brussels Airlines.

Zunächst Stellvertreter: Franz sanierte als Swiss-Chef die Schweizer Fluglinie und wird jetzt Vizechef der Lufthansa, die die Swiss derzeit in ihrem Konzernverbund integriert.
Aufsichtsratschef Jürgen Weber lobte Franz als "ausgewiesenen Experten" und Kenner der Industrie, der sich mit seiner verbindlichen Art und einem offenen Führungsstil Vertrauen und Anerkennung bei seinen Mitarbeitern erworben habe. Er habe in vielen Leitungspositionen seine Führungs- und Managementqualitäten bewiesen - etwa bei der Sanierung der Swiss, die er vom Problemkind zu einer profitablen Airline gemacht habe.

Mit der Berufung von Franz zum Vizechef setzt das Unternehmen auf ein altbewährtes Modell, um künftige Konzernlenker in ihre Aufgaben einzuarbeiten. Auch Mayrhuber war vor seiner Berufung als Lufthansa-Chef mehr als ein Jahr lang Stellvertreter.

Den Platz von Franz bei der Tochter Swiss soll ab Juli der jetzige Marketing- und Vertriebsvorstand Harry Hohmeister übernehmen. Er war auch als potenzieller AUA-Chef gehandelt worden. Die Verluste schreibende österreichische Fluggesellschaft wird nach dem Abgang des glücklosen Alfred Ötsch derzeit von Peter Malanik und dem früheren Lufthansa-Manager Andreas Bierwirth geführt.

Auf Veränderungen müssen sich auch die Tarifpartner der Lufthansa einstellen. Die Tarifgespräche wird künftig nicht mehr Personalvorstand Stefan Lauer leiten. Er übernimmt stattdessen die Leitung des neuen Ressorts zur Integration der Tochterunternehmen und bleibt Arbeitsdirektor des Konzerns. Die Tarifpolitik im Passagiergeschäft steuert künftig der bisherige Lufthansa-Cargo-Personalchef Roland Busch.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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