Freitag, 22. Februar 2019

Investor Stiftung rettet Uni Witten/Herdecke

Die angeschlagenen Privatuniversität Witten/Herdecke hat einen langfristigen Investor gefunden. Die Software AG Stiftung hat sich bereit erklärt eine Bürgschaft zu stellen und Millionen zu investieren. Im Gegenzug erhält sie 40 Prozent der Anteile an der Hochschule.

Witten - Die Zukunft der finanziell angeschlagenen Privatuniversität Witten/Herdecke (UWH) ist langfristig gesichert. Wie die Hochschule am Montag mitteilte, wurde nach einer dreimonatigen Verhandlungsphase ein neuer Gesellschaftervertrag unterzeichnet. Neuer Hauptinvestor ist die Software AG Stiftung aus Darmstadt. Sie stellt künftig die vom NRW-Innovationsministerium geforderte Bürgschaft in Höhe von zehn Millionen Euro.

Pleite abgewendet: Die Privatuni Witten/Herdecke hat einen neuen Investor
DDP
Pleite abgewendet: Die Privatuni Witten/Herdecke hat einen neuen Investor
Die Stiftung, die den Angaben zufolge der Privatuni seit Jahren nahesteht, investiert zudem über einen Zeitraum von vier Jahren zusätzliches Kapital in Höhe von vier Millionen Euro und übernimmt rund 40 Prozent der Geschäftsanteile der Hochschule. Weitere Gesellschafter der Privatuni sind die UWH-Stiftung, der Verein zur Entwicklung von Gemeinschaftskrankenhäusern Herdecke, die Studierenden-Gesellschaft sowie ein Konsortium hochschulnaher Investoren, das maßgeblich von der Wittener Alumniinitiative getragen wird. Das neue Geschäftsmodell ist den Angaben zufolge offen für die Beteiligung weiterer strategischer Partner.

"Die Universität Witten/Herdecke hat in den letzten Wochen ihre Hausaufgaben erfolgreich erledigt. Mit einem soliden Finanzierungskonzept und einer stabilen Gesellschafterstruktur sehen wir die Universität für die nächsten Jahre gut aufgestellt. Binnen vier Jahren werden wir durch deutliche Ertragssteigerungen und einen straffen Konsolidierungskurs einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen", sagte der Geschäftsführer der Privatuni, Michael Anders.

Der Wissenschaftliche Direktor der UWH, Martin Butzlaff, betonte, dass "der neue Gesellschaftsvertrag die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Universität" sichert. Mit 500 zusätzlichen Studienplätzen verstärke die Hochschule als Modelluniversität künftig die Kernthemen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur. Schwerpunkte des Studiums in Witten seien aber "auch weiterhin Persönlichkeitsbildung, Interdisziplinarität und Internationalisierung".

NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte Ende Januar angekündigt, das Land werde der Universität bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen Zuwendungen von jeweils 4,5 Millionen Euro in festen Raten für die Jahre 2009 und 2010 zahlen und hatte jeweils weitere 2,25 Millionen Euro für beide Jahre in Aussicht gestellt.

Den Angaben zufolge hat die Hochschule derzeit rund 1200 Studenten. Es gibt vier Fakultäten - für Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Kulturreflexion sowie Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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