20.03.2009
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Karriere
Warum in aller Welt Personalwesen?

Von Matthew D. Breitfelder und Daisy Wademan Dowling

Sie hätten als Investmentbanker oder Unternehmensberater Geld, Ruhm und Anerkennung ernten können. Doch zwei junge Absolventen der Harvard Business School entschieden sich für eine Karriere im Personalmanagement - weil sie überzeugt sind, dass dort die Zukunft liegt.

Wir haben einen Karriereweg eingeschlagen, den andere nicht wirklich nachvollziehen können. Wenn wir jetzt - sechs Jahre nach unserem Abschluss - ehemaligen Kommilitonen der Harvard Business School von unserem Beruf erzählen, kommt von ihnen meist ein irritiertes Lächeln, und dann die immer gleiche Frage: "Du machst ... was?"

  Vorstellungsgespräch:  Auf der Suche nach qualifiziertem Personal
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CORBIS

Vorstellungsgespräch: Auf der Suche nach qualifiziertem Personal

Unsere Aufgabe ist die Steuerung von Humankapital. Wir helfen großen Unternehmen, ihre Nachwuchstalente auszuwählen, sie ans Unternehmen zu binden und zu fördern. Mit anderen Worten: Wir arbeiten im Personalmanagement.

Unter den Absolventen des MBA-Studiengangs an der Harvard Business School gilt eine Laufbahn in Human Resources (HR) nicht gerade als Karriereziel Nummer eins. Von Leuten wie uns erwartet man eher, dass sie als Strategieberater arbeiten, als Investmentbanker, oder - im ursprünglichen Geiste dieses Abschlusses - als Topmanager. Auch wir haben solche Jobs gehabt. Und wir wissen natürlich auch, was unsere Studienkollegen vermuten: "Sie wollen mehr Zeit für ihr Privatleben haben"; "Für das ,echte' Geschäftsleben sind sie nicht gemacht"; "Wer nichts kann, kann immer noch andere unterrichten", und dann noch unser Lieblingsspruch: "Wenn sie so gern anderen Leuten helfen wollen, warum versuchen sie es dann nicht mal als Sozialarbeiter?"

Die Antwort ist ganz einfach, und wir geben sie mit großem Vergnügen. Der attraktivste Kriegsschauplatz der Wirtschaft befindet sich heutzutage dort, wo Unternehmen ihre Truppen im Kampf um die wertvollste aller Ressourcen aufmarschieren lassen: auf dem Feld der hoch qualifizierten Arbeitskräfte. Und Personalmanager sind mittendrin im Kampfgetümmel.

Lachen Sie nicht. Wir teilen Ihr gesundes Misstrauen. Auch wir reagieren inzwischen ein wenig zynisch, wenn wir hören, wie Unternehmen großartig verkünden: "Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital." Tatsächlich zeigen die meisten von ihnen nur wenig echtes Engagement, wenn es darum geht, die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter effizient zu fördern und zu nutzen. Auch die alles andere als schmeichelhaften Vorurteile gegenüber HR-Mitarbeitern - beispielsweise "banal, formal, Personal" - kennen wir zur Genüge. Und wir wissen, dass viele traditionelle Aufgaben des Personalmanagements, wie die Verwaltung der freiwilligen Sozialleistungen, immer häufiger an Dienstleister ausgelagert werden.

Doch die horrenden Kosten für die Suche und Einstellung von Toptalenten zeigen deutlich, warum wir dringend mehr Zeit und Ressourcen in die Entwicklung dieses wertvollsten Aktivpostens stecken sollten - ganz zu schweigen von dem millionenschweren Produktivitätsverlust, der entsteht, wenn Mitarbeiter eines Unternehmens sich nicht mit ihrer Aufgabe identifizieren.

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