Freitag, 14. Dezember 2018

HRE-Vorstand Die Alten sind weg

Der angeschlagene Finanzkonzern Hypo Real Estate räumt gründlich mit seiner Vergangenheit auf. Die letzten drei verbliebenen Vorstände aus der Ära vor der Krise nehmen ihren Hut. Bettina von Österreich, Cyril Dunne und Robert Grassinger verlassen Ende Januar den HRE-Vorstand.

München - Das Stühlerücken beim angeschlagenen Finanzkonzern Hypo Real Estate Börsen-Chart zeigen (HRE) geht weiter. Wie das Unternehmen am Montag in München mitteilte, nehmen die drei letzten verbliebenen Vorstände aus der Zeit vor der Krise ihren Hut.

Abgang: Die HRE hat die alte Führungsriege verabschiedet
Neben Bettina von Österreich, die sich bisher um das Risikomanagement kümmerte, räumen auch Cyril Dunne und Robert Grassinger Ende Januar ihren Platz im Vorstand der Hypo Real Estate Holding AG. Von Österreich ziehe sich aus persönlichen Gründen zurück, hieß es. Ihre Nachfolgerin wird die aus dem Haus kommende Managerin Manuela Better.

Die HRE war im Herbst vergangenen Jahres im Zuge der Finanzkrise in Schieflage geraten und nur mit milliardenschweren Staatshilfen über Wasser gehalten worden. Daraufhin war der frühere Vorstandschef Georg Funke ausgeschieden. Ihm folgten der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Viermetz, Vorstand Bo Heide-Ottosen, Finanzvorstand Markus Fell sowie sein Immobilien-Kollege Frank Lamby. Zuletzt hatte Thomas Glynn, zuständig für die Bereiche Kapitalmärkte und Anlagemanagement, die HRE-Spitze verlassen.

Der ehemaligen Führungsspitze wird vorgeworfen, die Öffentlichkeit und die Aktionäre jahrelang über den tatsächlichen Zustand der Bank getäuscht zu haben. Die Münchener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue sowie auf Verstöße gegen das Aktiengesetz und der Marktmanipulation. Im Dezember war bekannt geworden, dass die Behörde auch wegen des Verdachts auf verbotene Insidergeschäfte ermittelt. Fahnder hatten im vergangenen Dezember die Geschäftsräume der Münchener Bank durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt.

Die vor Weihnachten angekündigte Restrukturierung der HRE geht mit einem massiven Stellenabbau einher. Die Zahl der Mitarbeiter soll den Plänen zufolge binnen drei Jahren von rund 1800 auf etwa 1000 sinken. Bis 2013 ist der Wegfall weiterer Arbeitsplätze vorgesehen.

Mittlerweile strebt der Bund eine deutliche Aktienmehrheit von mehr als 50 Prozent bei dem börsennotierten Immobilien- und Staatsfinanzierer an. Bislang ist das wegen der bestehenden gesetzlichen Regelungen aber nicht möglich. Der Anteil des US- Großaktionärs J.C. Flowers würde bei einem entsprechenden Schritt von rund 25 Prozent auf 10 bis 15 Prozent sinken. Dem Vernehmen nach trifft dies aber kaum auf Widerstand bei den Investoren.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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