Freitag, 14. Dezember 2018

Handel Karriere bei Aldi, Lidl & Co.

Dicountketten profitieren in der Regel von Krisen. Aber wie wird man eigentlich Manager bei Aldi, Lidl & Co.? Längst gibt es andere Wege als den von der Käsetheke zur Konzernspitze. Und dass die Handelsbranche schlecht zahlt, ist schon lange eine Binsenweisheit.

Berlin/Würzburg - Wer an den Einzelhandel denkt, hat oft das Bild eines Verkäufers vor Augen, ob nun an der Käsetheke oder beim Juwelier. Dabei bietet die Branche für ganz unterschiedlich qualifizierte Menschen Arbeit - vom Werbetexter bis zum Wirtschaftsfachmann.

Gute Aufstiegschancen: Im Handel arbeiten Führungskräfte als Einkäufer, Vertriebsexperten, Informatiker, Logistiker oder Controller
Selbst wer mit dem üblichen Ausbildungsberuf Einzelhandelskaufmann/-frau einsteigt, ist später nicht zwingend hinter den Ladentisch verbannt. Mit Weiterbildungen oder einem Studium ist der Karrieresprung an die Spitze einer Abteilung oder sogar des Unternehmens nicht ausgeschlossen.

"Da der Handel nach wie vor einen Großteil der Führungskräfte aus den eigenen Reihen und über den klassischen Weg rekrutiert, der mit der dualen Ausbildung beginnt, bietet er sehr gute Aufstiegsperspektiven", sagt Wilfried Malcher vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Berlin. Wer nach oben strebt, muss aber gute Leistungen im Beruf zeigen, teamfähig sein, mobilitätsbereit, belastbar und Führungskompetenz mitbringen.

"Aktuell arbeiten etwa 2,7 Millionen Menschen im Einzelhandel, davon gut die Hälfte in Teilzeit", sagt Malcher. Die einen kaufen ein oder verkaufen, beraten Kunden oder setzen Werbekonzepte um. Andere übernehmen Controlling- und Leitungsaufgaben, suchen Standorte und Immobilien, kümmern sich um die IT, werten Warenwirtschaftsdaten aus oder entwickeln Sortimente. Fachkräfte sind gefragt: "Gute Einkäufer, Kunden- und Fachberater, Vertriebsexperten, IT-Fachleute, Logistiker und Controller zählen mit Sicherheit dazu."

Der klassische Einstieg in die Branche ist eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Derzeit gibt es etwa 80.000 Azubis. Nach ein bis zwei Jahren im Job sollten erste Fortbildungen angegangen werden, sagt Stefan Göbel von der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt und nennt als Beispiel den Handelsfachwirt. Die Inhalte der Kurse seien bundesweit einheitlich, der Unterricht selbst könne berufsbegleitend oder in Vollzeit besucht werden.

Fernlehrgänge sind ebenfalls möglich. "In der Regel dauert das eineinhalb bis zwei Jahre", sagt Göbel. "Damit qualifiziert man sich dann für Abteilungsleiter-Funktionen."

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