Freitag, 16. November 2018

Günther Merl Soffin-Chef tritt zurück

Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin sorgt erneut für Wirbel in eigener Sache. Günther Merl, der Sprecher des Leitungsausschusses, wirft das Handtuch. Das hatte zuvor bereits sein Kollege Karlheinz Bentele getan. Offenbar gibt es Differenzen mit der Bundesregierung.

Hamburg/Berlin - An der Spitze des Sonderfonds zur Finanzmarktstabilisierung (Soffin) steht ein Personalwechsel an. Günther Merl, Sprecher des Leitungsausschusses des Soffin, wird seine Ernennung zum 31. Januar zurückgeben, teilte das Bundesfinanzministerium (BMF) am Mittwoch mit.

Rücktritt zum Monatsende: Soffin-Chef Merl
Das BMF bestätigte damit eine Vorabmeldung des manager magazins, dessen neue Ausgabe ab Freitag (23. Januar) im Handel erhältlich ist. Im Dezember war bereits ein anderes Mitglied des Leitungsgremiums, Karlheinz Bentele, zurückgetreten.

Hintergrund sind offenbar nicht die vom BMF angeführten persönlichen Gründe Merls, sondern unterschiedliche Auffassungen über die Führung des Bankenrettungsfonds, der im Oktober eingerichtet worden war. Wichtige Entscheidungen wurden in den vergangenen Monaten von Berliner Spitzenbeamten getroffen, die im Lenkungsausschuss der neuen Behörde sitzen.

Auch in diesem Gremium steht ein Wechsel bevor: Jörg Asmussen, Finanzstaatssekretär im Bundesfinanzministerium, soll seinen bisherigen Kollegen Axel Nawrath ersetzen, der in den Vorstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einzieht.

Die Bundesregierung ist nach Angaben des Ministeriums bereits mit möglichen Nachfolgern Merls im Gespräch. Nach den beiden Rücktritten besteht der Leitungsausschuss nur noch aus Gerhard Stratthaus (CDU), dem früheren Finanzminister von Baden-Württemberg.

Der Soffin verfügt über die 480 Milliarden Euro aus dem deutschen Bankenrettungspaket. Davon sind 400 Milliarden für Garantien vorgesehen, 80 Milliarden für Kapitalbeteiligungen oder den Kauf von Wertpapieren. Bislang wurden gut 100 Milliarden Euro an Garantien bewilligt, als einzige Bank erhielt die Commerzbank Börsen-Chart zeigen 18,2 Milliarden Euro Kapitalhilfe.

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manager magazin 2/2009

Heft 02/2009

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