Samstag, 20. Oktober 2018

Business in Dubai Sitzfleisch und der böse Blick

Der Auftrag kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Als einer der wenigen deutschen Architekten realisiert Claus Fischer in Dubai ein gewaltiges Geschäftszentrum. Gegenüber manager-magazin.de erklärt Fischer, was ihn dorthin verschlagen hat, wieso Witze helfen und warum deutsches Know-how gerade jetzt in Dubai so gefragt ist.

mm.de: Herr Fischer, Sie sind einer der wenigen deutschen Architekten, die in Dubai arbeiten. Was hat Sie dorthin verschlagen?

Fischer: Von meinem Büroprofil her waren und sind wir gar nicht als Glücksritter aufgestellt. Nichts gegen Dubai, aber einen beruflichen Ausflug in diese Gefilde hatte ich nie im Auge. Dann wurde ich auf einen Wettbewerb des German Business Parks in Dubai angesprochen. Diese Herausforderung haben wir genutzt und unseren Hut in den Ring geworfen. Am Anfang lieferten wir lediglich eine Idee, mehr nicht.

Claus Fischer, 38, ist alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer des Architekturbüros Fischer Architekten mit 30 Mitarbeitern in Mannheim und Köln
mm.de: Was genau haben Sie geliefert?

Fischer: Zunächst haben wir einen Brief geschrieben, was unsere Erwartungen wären, wenn wir einen German Business Park entwerfen würden. Dabei stellten wir den Nachhaltigkeitsaspekt und das German Engineering in den Vordergrund.

mm.de: Und das hat gereicht?

Fischer: Nein, der kommunikative Aspekt und der spätere Entwurf haben natürlich auch eine Rolle gespielt. Für uns war das die Idee "Europa trifft auf den Mittleren Osten". Wir suchen immer den Geist des Ortes. Aber in Dubai sind wir nur auf eines gestoßen: Auf Sand. Und so mussten wir der Wüste Bedeutung geben. Unsere Grundidee basierte dann auf dem Bild, auf dem zwei Menschen sich freundschaftlich gegenübersitzen und zwischen ihnen steht eine Shisha, die arabische Wasserpfeife. So entstand die Grundform unseres Gebäudes. Und das hat unseren Auftraggebern gefallen.

mm.de: Und dann knallten die Sektkorken?

Fischer: Nein, ich musste mich noch mit einigen namhaften Kollegen messen. Als dann letztlich unser Entwurf zum Sieger gekürt worden war, hieß es aber, wir hätten keine Auslandserfahrung – was ja stimmte - und so musste dann noch die Rückendeckung vom Geldgeber eingeholt werden. Drei oder vier Tage später kam dann eine E-Mail, dass alles klar gehe - dann ein Brief mit den Tickets nach Dubai. Ab dann ging alles ganz schnell und wir haben losgelegt.

mm.de: Wie lange ist das her?

Fischer: Das war im Juni vergangenen Jahres.

mm.de: Und wie lange haben Sie seitdem geschlafen?

Fischer: Ich schlafe ausreichend lange und gut.

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