Mittwoch, 14. November 2018

Business in Dubai Sitzfleisch und der böse Blick

6. Teil: Hauptsache Humor

mm.de: Und wie umschiffen Sie diese Situationen heute?

Fischer: Am Anfang habe ich gedacht, ich kriege meine Geschäftspartner nie zum Lachen. Aber mittlerweile tauen sie sofort auf, wenn ich mich traue, ein paar Sprüche zu reißen. Unterdessen sind die Meetings oft sehr kurzweilig geworden, auch wenn ich vierzehn Vertreter aller drei Investorenparteien vor mir habe und die Treffen sechs oder sieben Stunden dauern.

mm.de: Das klingt so, als wenn Sie richtig Spaß hätten.

Fischer: Den habe ich auch – wir bauen ja auch ein tolles Projekt hier. Es ist natürlich auch eine neue Welt für mich, hier wohnen Leute aus 120 Nationen, ich lernen viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten kennen. Unterdessen habe ich Kontakte nach Korea, Uganda, nach Südamerika. Dubai ist ja schon ein bisschen der neue Nabel der Welt. Das ist ein riesiges Netzwerk hier.

mm.de: Bereuen Sie es, nicht schon eher diesen Schritt gegangen zu sein?

Fischer: Nein, das ist schon alles richtig so, wie es ist. Der German Business Park ist eine riesige und spannende Aufgabe. Das ist unser Baby, damit habe ich erstmal genug zu tun. Deswegen pflege ich zwar Kontakte, aber akquiriere noch nicht massiv neue Projekte. Das Projekt läuft noch bis Ende 2010, da ist noch genug zu tun.

mm.de: Gab es schon Anfragen für neue Projekte?

Fischer: Das Projekt ist sehr prominent, deswegen kamen Anfragen aus aller Herren Länder.

mm.de: Und was haben Sie den Interessenten gesagt?

Fischer: Meist, dass wir zurzeit keine Kapazitäten haben. Ich will hohe Qualität liefern, und die braucht Zeit. Wir zeigen hier als einer der ersten in Dubai, das man erfolgreich nachhaltig bauen kann. Hier sind 85 Prozent der Häuser von schlechter Qualität, und gerade in Zeiten der Finanzkrise wollen die Leute so etwas nicht mehr kaufen.

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