Freitag, 16. November 2018

Business in Dubai Sitzfleisch und der böse Blick

3. Teil: Ein "ja" ist kein "ja"

mm.de: Haben die Geldgeber Vertreter geschickt oder sind die persönlich gekommen?

Fischer: Wenn es ums Geld geht, erscheinen sie schon persönlich. Sie lassen nicht verhandeln, sondern verhandeln selbst.

mm.de: Welches Geld meinen Sie? Das für die Freigabe von Bauabschnitten?

Fischer: Unter anderem, aber auch unser Honorar. Der Auftrag ist ja in einzelne Baustufen eingeteilt, das heißt, alle drei Monate wird über das Honorar für die nächste Baustufe neu verhandelt.

mm.de: Und da wird Tacheles geredet?

Fischer: Man sitzt um einen Tisch, redet sehr gesittet, und meistens ist es viel zu kalt, weil die Klimaanlage aus den Räumen Kühlschränke macht.

mm.de: Muss man sich auf langes Feilschen einstellen?

Fischer: Feilschen ist der falsche Begriff. Aber es wird erst einmal verhandelt und dann wird nachverhandelt und dann noch einmal nachverhandelt und dann noch einmal.

mm.de: Was passiert, wenn man zu einem Angebot nein sagt?

Fischer: Das Wort nein sollte man in Dubai aus seinem Wortschatz streichen. Den Fehler habe ich einmal bei einem anderen Auftraggeber gemacht. Wenn man nein sagt, ist das in Dubai zu hart. Der Geschäftspartner hat dann kein Hintertürchen mehr und damit ist ein Gesichtsverlust verbunden. "Vielleicht" ist in Dubai eher das richtige Wort für nein.

mm.de: Was bedeutet es, wenn jemand ja sagt?

Fischer: Ein "ja, aber" ist ein vielleicht, ein ja bedeutet noch lange nicht, dass das Geschäft zustande kommt. Erst, wenn jemand die Hand darauf gibt - dann gilt es.

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