Donnerstag, 15. November 2018

Business in Dubai Sitzfleisch und der böse Blick

2. Teil: Allein in Dubai

mm.de: Also hat sie der Job bisher nicht aufgefressen?

Fischer: Wir haben durchaus schon große Projekte gestemmt und haben uns auch das Projekt in Dubai zugetraut. Ich kann mich auf ein fantastisches Team in Deutschland verlassen – sonst wäre das alles gar nicht möglich. Es war aber auch von vornherein klar, dass wir vor Ort einen Partner brauchen. Ich habe mir deshalb gleich ein in Dubai tätiges Architekturbüro gesucht. Es unterstützt uns in Bezug auf lokale Baugesetze, die Verwaltung und auch später in der Bauleitung vor Ort. Dafür liefern wir unser Konzept, den Entwurf und eben unser deutsches Know-how - sei es zu Energiefragen, Baukonzepten oder Bauphysik.

mm.de: Mit dieser Lösung sind Sie bisher zufrieden?

Fischer: Alles funktioniert reibungslos, es gibt keine Eitelkeiten.

mm.de: Wie war Ihre erste Begegnung mit den arabischen Geschäftspartnern?

Fischer: Am German Business Park sind viele deutsche Geschäftspartner beteiligt. Etwa die Geschäftsführerin Frau Dagmar Abdelatif. Sie lebt seit 18 Jahren in Dubai und war früher Direktorin der Außenhandelskammer. Der deutsche Baukonzern Drees & Sommer macht die Projektsteuerung, auch das klappt wunderbar. Viele Kollegen, die ich treffe, sagen: Du bist ein Glückspilz. Das, was du erlebst, ist überhaupt nicht Dubai.

mm.de: Das klingt ja auch eher nach deutscher Enklave.

Fischer: Nicht nur, aber es macht natürlich im Rahmen der Kommunikation alles schon etwas einfacher. Die Geldgeber sind natürlich Araber. Eine Partei kommt etwa aus Abu Dhabi, die empfinde ich zum Teil als etwas schwieriger als die Leute aus Dubai.

mm.de: Warum?

Fischer: Bei Verhandlungen versuchen die Geschäftspartner gern, einen aus der Ruhe zu bringen. Wenn es nicht nach ihrem Gusto läuft, fällt ihnen ein, dass sie noch einen ganz wichtigen Termin in Abu Dhabi haben. Und dann sitzt man auf einmal allein in Dubai und ist erstmal mit seinem Latein am Ende.

mm.de: Und was haben Sie dann gemacht?

Fischer: Meist rufe ich dann in Deutschland an und sage, dass es noch etwas länger dauert. Wenn die lokalen Geschäftspartner sehen, dass man Sitzfleisch hat, hat man sich schon mal Respekt erworben.

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