Mittwoch, 17. Oktober 2018

Business-Knigge Große Gebäude, kleine Fettnäpfchen

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind Deutschlands wichtigster arabischer Wirtschaftspartner. Doch für den wirtschaftlichen Erfolg in diesem Land sollte man die spezielle Geschäftskultur und die besonderen kulturellen Rahmenbedingungen kennen. manager-magazin.de gibt Tipps für den Erfolg in Dubai und die umliegenden Regionen.

Hamburg - Ob Burj Dubai, das höchste Gebäude der Welt, oder andere Wolkenkratzer - der Bauboom in Dubai ist ein Synonym für das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Höher, schneller, besser lautet die Devise. Dubai ist dabei nur eine von insgesamt sieben Regionen der Vereinigten Arabischen Emirate. Die anderen Emirate heißen Abu Dhabi, Schardscha, Adschman, Umm al-Qaiwain, Ra‘s al-Chaima und Fudschaira.

"Starkes Ehrgefühl":
Händler an der Börse in Dubai
Wachstumsmotoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind vor allem Öl und Gas sowie neuerdings der Tourismus. Nach Angaben des Auswärtigen Amts operieren etwa 500 deutsche Firmen in den VAE, davon 150 in Abu Dhabi und circa 250 in Dubai sowie den nördlichen Emiraten. "Doch für ein erfolgreiches Engagement in den arabischen Golfstaaten sind nicht nur Wirtschaftsdaten entscheidend. Der Erfolg hängt zu einem wesentlichen Teil von der Kenntnis der arabischen Geschäftskultur und den spezifisch kulturellen Rahmenbedingungen der arabischen Märkte ab", sagt Gabi Kratochwil von Cross Cultures.

Sie hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen beim Markteintritt in dieser Region zu unterstützen. In speziellen Kursen bereitet sie für namhafte Unternehmen Mitarbeiter für einen Geschäftseinsatz in der Region vor. "Ein häufiger Fehler ist es, die arabischen Golfstaaten als homogenes Gebilde misszuverstehen. Dubai ist nicht Saudi-Arabien, Abu Dhabi ist nicht Oman, Bahrain ist nicht Sharjah", sagt sie. Dennoch lasse sich im Geschäftsleben eine verbindende Business-Etikette bestimmen. Steffen Henkel vom interkulturellen Trainingsunternehmen Compass International: "Das Ehrgefühl ist stark ausgeprägt und darf keinesfalls verletzt werden. Auch bei der Wahl direkter Worte sollte man sehr vorsichtig sein."

Beziehungen stehen auch in der Golfregion vor dem Geschäft. So geschäftstüchtig Ihr Gegenüber auch scheint – er will wissen, mit wem er Geschäfte macht. Falls Ihr künftiger Geschäftspartner bei Ihnen Gemeinsamkeiten entdeckt, löst dies oftmals Sympathie aus. Die ist wiederum die Basis jeder erfolgreichen Geschäftsbeziehung.

Wer neu in den Markt eintreten will, sollte sich an Außenhandelskammern oder Agenten wenden, die beim Herstellen von Kontakten helfen können. Eine gute Möglichkeit sind Messen vor Ort. Nach Angaben der Bundesagentur für Außenwirtschaft finden mittlerweile Leitmessen für fast alle Branchen statt. Im Jahr 2006 hat die Bundesregierung in Dubai und Abu Dhabi bei 25 Messen Gemeinschaftsstände gefördert. Es lohnt sich entsprechend, nach Fördermitteln zu fragen und eine Messebeteiligung zu erwägen.

In den vergangenen Jahren musste bei Geschäftsbeziehungen in den VAE stets ein Mehrheitspartner eingeschaltet werden, der Sponsor heißt. In neuester Zeit wird aber geprüft, ob diese Bestimmungen gelockert werden. Auch das Einschalten von Agenten vor Ort ist üblich.

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH