Freitag, 16. November 2018

Klaus J. Jacobs Ehemaliger Suchard-Chef tot

Der Industrielle Klaus J. Jacobs ist nach langer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben. Der in Bremen geborene Jacobs war über Holdinggesellschaften Großaktionär beim Personaldienstleister Adecco und dem Schokoladehersteller Barry Callebaut.

Zürich - Der Kaffee-Milliardär und Stifter der gleichnamigen Bremer Privatuniversität Klaus J. Jacobs ist einem Krebsleiden erlegen. Der in Bremen geborene Wahlschweizer starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 71 Jahren, wie die Jacobs Holding bekanntgab. Jacobs musste sich im Juni 2007 einen Hirntumor entfernen lassen. Noch im vergangenen April hatte er gehofft, die Krankheit besiegt zu haben.

Verstarb im Alter von 71 Jahren: Unternehmer Jacobs
Viele seiner Vorfahren waren Deichbauern, sein Großonkel hatte in der Bremer Altstadt ein Kaffeehandelshaus gegründet. Der Vater des Verstorbenen machte das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg zum umsatzstärksten Kaffeeanbieter in der Bundesrepublik. Klaus J. Jacobs trat 1961 als Direktor Einkauf und Marketing bei Joh. Jacobs & Co. ein, wie die von ihm und seiner Familie 1988 gegründete Jacobs Foundation mitteilte. Er baute Marken wie die bekannte "Krönung" auf und wurde 1972 zum Geschäftsführer.

Schon 1973 verlegte er den Firmensitz nach Zürich, 1982 übernahm er die Schweizer Unternehmen Tobler und Suchard. Der Verkauf der Jacobs Suchard AG an den US-Tabakmulti Philip Morris 1990 brachte ihm Milliarden, aber auch viel Kritik in der Schweiz ein. Erst später wurde bekannt, dass sich Jacobs für die Auszahlung seiner Geschwister stark verschulden musste und finanziell unter Zugzwang stand.

Als Besonderheit in der deutschen Hochschullandschaft gab die Jacobs Foundation 2006 bekannt, dass sie bis 2011 insgesamt 200 Millionen Euro in die Bremer Privatuniversität stecken werde. Diese heißt seither Jacobs University Bremen. Er wolle ein Signal setzen, was privates Engagement leisten könne, sagte der Vater von sechs Kindern aus zwei Ehen.

Nach dem Verkauf der Jacobs Suchard AG baute Jacobs mit Barry Callebaut und Adecco Börsen-Chart zeigen in den 90er Jahren den weltgrößten Schokolade- und den weltgrößten Personalvermittlungskonzern auf. Diesen hatte Jacobs bis zum vergangenen Jahr als Verwaltungsratspräsident und zeitweise Geschäftsführer geleitet. Die Jacobs-Familie hält knapp 30 Prozent an der an der Börse mit knapp zehn Milliarden Franken (rund sechs Milliarden Euro) bewerteten Firma. Bei Barry Callebaut übernahm Sohn Andreas Jacobs 2005 das Verwaltungsratspräsidium.

Seine Verbundenheit mit der Schweiz zeigte der passionierte Reiter auch als Kadermitglied der Schweizer Nationalmannschaft im Dressurreiten. Jacobs wurde nach den Stiftungsangaben vielfach für sein Engagement für Wissenschaft, Forschung und Gesellschaft gewürdigt. Er habe unter anderem von der Universität Basel den Ehrendoktor, die Leibniz Medaille der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und die Bremische Ehrenmedaille in Gold erhalten.

manager-magazin.de mit Material von ap

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