Freitag, 20. Juli 2018

Coaching Was das Profi-Training bringt

"Ich schaffe es allein", denken Führungskräfte oft und rennen gegen die Wand. Andere Manager wollen genau dies vermeiden und suchen Hilfe im Coaching. Was bringt die professionelle Beratung – und wie findet man einen guten Coach? Die Mitglieder der Düsseldorfer manager-lounge haben sich informiert.

Düsseldorf – "Das müsste ich mal mit meinem Coach besprechen" - ein solcher Satz dürfte einem deutschen Manager im Kollegenkreis kaum über die Lippen kommen. So wenig wie das Eingeständnis, in persönlichen Dingen einen Therapeuten zu konsultieren. US-Manager sehen hingegen viel häufiger Coaching als Chance, bessere Lösungen in ihrer täglichen Arbeit zu finden.

Markt im Umbruch: Der Coach als ständiger Berater
Doch auch hierzulande wächst das Interesse am Thema, gleichzeitig steigen die Ansprüche der Manager an ihre Coachs. Eine Kienbaum-Studie sieht gar den deutschen Coaching-Markt im Umbruch: Die Kunden wollen nicht nur klassisches Coaching, sie sehen in ihrem Berater immer häufiger einen neutralen Diskussionspartner, mit dem sie aktuelle Managementprobleme beackern.

In der Studie nannten 81 Prozent der befragten Unternehmen als Ziel eines Coachings, aktuelle Führungs- und Managementprobleme zu klären und dafür Lösungsstrategien zu erarbeiten. Einen solchen Job kann nur ein Profi erledigen, glauben die Führungskräfte: Sie erwarten vom Berater Berufserfahrung (90 Prozent), eigene Führungs- und Managementerfahrung (77 Prozent), eine fundierte Change-Management-Kompetenz (65 Prozent) – und sie achten auf das persönliche Auftreten des Coachs (94 Prozent).

Der versteht sich idealerweise als eine Art "Helikopterpilot", der Managern von einem anderen Blickwinkel aus eine neue Sichtweise ermöglicht. So jedenfalls versteht Gerhard L. Düwer das Coaching-Geschäft, das der Trainingsprofi vor rund 50 Gästen der Düsseldorfer manager-lounge präsentierte. Düwer hat selbst 16 Jahre in der europäischen Luftfahrtindustrie als Ingenieur, Projekt- und Teamleiter gearbeitet. Sein Ansatz: Zwischen Person und Realität filtert eine "Box" die Wahrnehmung. Die Box ist randvoll gefüllt mit Vorerfahrungen, Selbst- und Fremdbildern.

"Nicht die Ereignisse im Alltag bereiten uns Probleme, sondern die Vorstellungen von den Ereignissen", weiß der Experte. Coaching soll dies bewusst machen, so Düwer.

Eine selektive Wahrnehmung erweise sich im Alltag ebenso als Hindernis wie "unwillkürliche Grenzziehungen". Was er damit meinte, ließ der Coach die Gäste selbst erfahren: Mit vier Linien sollten sie auf einem Blatt Papier neun Punkte verbinden. Keiner kam drauf, dass man dazu die Linien über das Punktequadrat hinausziehen musste.

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