Montag, 10. Dezember 2018

Freenet Spoerr und Krieger angeklagt

Freenet-Chef Eckhard Spoerr und Axel Krieger, der Finanzvorstand des Unternehmens, müssen sich wegen des Verdachts auf Insiderhandel vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Die Leitung des Verfahrens übernimmt die 20. große Strafkammer. Diese hat schon Alexander Falk und Jürgen Harksen verurteilt.

Hamburg - Das Landgericht Hamburg hat die Anklage der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang zur Hauptverhandlung zugelassen. Eine Gerichtssprecherin bestätigte gegenüber manager-magazin.de den Stand des Verfahrens. Einen Termin gebe es aber noch nicht, so die Sprecherin.

Angeklagt: Freenet-Finanzvorstand Krieger (l.) und Freenet-Chef Spoerr
Die Leitung des Verfahrens übernimmt die 20. große Strafkammer des Landgerichts. Der letzte spektakuläre Prozess der Strafkammer war der Fall Alexander Falk: Der Stadtplanerbe und Internetunternehmer wurde Mitte Mai dieses Jahres wegen des versuchten Betrugs in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Aktiengesetz sowie der Beihilfe zur Bilanzfälschung zu vier Jahren Haft verurteilt. Falk legte Berufung ein. Auch der Millionenbetrüger Jürgen Harksen musste sich vor der 20. großen Strafkammer verantworten. Harksen wurde im April 2003 zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Nach Auskunft des Leitenden Oberstaatsanwalts Wolfgang Ehlers kann es sein, dass das Verfahren wegen Überlastung der Kammer erst im kommenden Jahr eröffnet wird. Noch ist auch unklar, wer die Anklageseite vertritt. Den Vorsitz der Kammer hat üblicherweise der Richter Michael Kaut.

Der Hamburger Wirtschaftsanwalt Otmar Kury, der in dem Verfahren Freenet-Finanzchef Krieger vertritt, wies der Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft zurück: "Ich verneine den Tatverdacht, da der Unternehmensvorstand alle wesentlichen Geschäftszahlen vor dem Aktienverkauf veröffentlicht hatte", so Kury gegenüber manager-magazin.de. Ähnlich äußerte sich auch eine Freenet-Specherin: "Die Vorwürfe sind unbegründet, und wir werden uns dagegen verteidigen."

Bereits Mitte April hatte manager-magazin.de exklusiv berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg Anklage gegen Spoerr erheben wird. Bereits damals hatte der Freenet-Chef die Anschuldigungen zurückgewiesen: "Es handelt sich um alte Vorwürfe aus dem Jahr 2004. Die Vorwürfe sind unbegründet, und wir verteidigen uns gegen diese", hatte Spoerr gesagt.

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