Samstag, 25. Juni 2016

Südafrika-Knigge "Man sollte keine Mimose sein"

Südafrikaner mögen es handfest: Lieber Fleisch als Gemüse, Whiskey statt Wasser und Jeans statt Anzug. Mit dem in Südafrika aufgewachsenen Manager Dirk Peter sprach manager-magazin.de über Farmbesuche, Familienanschluss und Feinheiten im Umgang, die man unbedingt beachten sollte.

mm.de: Wo trifft man sich, wenn man in Südafrika Geschäfte macht?

Peter: Viele Südafrikaner schätzen einen persönlicheren Kontakt als in Europa üblich. Man wird sehr schnell eingebunden, aber speziell informelle Treffen finden auch im Restaurant statt, gerne dort, wo man draußen sitzen kann. Generell ist man in Südafrika gern im Freien.

mm.de: Business-Clubs spielen keine Rolle?

Peter: Es gibt sie, aber das sind sehr europäische Einrichtungen, auf die man nicht so häufig stößt.

mm.de: Es muss also nicht so gediegen sein?

Peter: Südafrika hat eine sehr gute Küche und eine sehr große gastronomische Vielfalt. Südafrikaner untereinander gehen eher selten ins Nobelrestaurant, das ist gar nicht nötig. Die heimische Küche hat einen sehr hohen Standard und ist bei Europäern beliebt.

mm.de: Bevorzugt man das Separee, oder sitzt man draußen auf der Terrasse?

Dirk Peter lebte von 1982 bis 1996 in Südafrika. Nach seinem Studium in Johannesburg arbeitete er dort und in Kapstadt. Derzeit ist er in leitender Funktion in einem Hotel im Zentrum Hamburgs tätig.
Peter: Südafrikaner untereinander würden sich auch auf ein Bier im Biergarten treffen. Und selbst wenn es um wichtige geschäftliche Dinge geht: Man muss sich keine Sorgen machen, dass einen der Nachbartisch belauscht. Das widerspricht dem guten Ton.

mm.de: Wie begrüßt man sich?

Peter: Nach europäischem Standard. Die Hand geben und wenn man sich gut kennt kurze Umarmung. In den ländlichen Gegend ist das Küssen auch noch üblich, jedoch nimmt es mittlerweile ab.

mm.de: Muss man auf bestimmte Etikette Rücksicht nehmen?

Peter: Südafrikaner sind von geschliffenen europäischen Umgangsformen beeindruckt. Die kleinen höflichen Gesten wie Tür aufhalten, den Stuhl anbieten, Mantel abnehmen - das gilt als kultiviert, das schätzt man dort sehr.

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