Montag, 10. Dezember 2018

Alcatel-Lucent Aus für Patricia Russo

Der französisch-amerikanische Telekomausrüster Alcatel-Lucent trennt sich von seiner Chefin. Patricia Russo soll das Unternehmen vor Jahresende verlassen. Die Managerin galt bisher als eine der einflussreichsten Frauen der Weltwirtschaft.

Paris - Der Telekomausrüster Alcatel-Lucent Börsen-Chart zeigen baut seine Führung komplett um. Mit Vorstandschefin Patricia Russo und Aufsichtsratschef Serge Tchuruk verlassen die Architekten des transatlantischen Zusammenschlusses der Franzosen und der Amerikaner die Kommandobrücke. Wie das Unternehmen am Dienstag in Paris mitteilte, treten sowohl Russo als auch Tchuruk zurück.

Tritt zurück: Alcatel-Lucent-Chefin Russo
Russo wolle bis Ende des Jahres ihren Posten räumen, während Tchuruk zum 1. Oktober das Unternehmen verlasse. Alcatel-Lucent werde umgehend mit der Nachfolger-Suche beginnen, zudem solle der Vorstand neu organisiert und verkleinert werden.

"Die Merger-Phase ist nun hinter uns", sagte Tchuruk laut Mitteilung. Es werde nun Zeit, dass Alcatel-Lucent eine Führungspersönlichkeit aus den eigenen Reihen hervorbringt - unabhängig von den beiden ursprünglichen Fusionspartnern Alcatel und Lucent. Der ehemalige Alcatel-Chef Tchuruk war nach der Fusion mit Lucent im Jahr 2006 zum Verwaltungsratchef aufgestiegen.

Analysten wie etwa die Experten der WestLB sehen in dem Rückzug das Eingeständnis, dass die Übernahme von Lucent durch Alcatel ein Fehler war. Parallel zum Komplettumbau der Führungsriege legte Alcatel-Lucent Zahlen zum zweiten Quartal vor, die den sechsten Quartalsverlust in Folge ausweisen.

So fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 5,2 Prozent auf 4,101 Milliarden Euro, während er Vergleich zum ersten Quartal um 6,1 Prozent stieg. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn kletterte von minus 19 Millionen auf plus 93 Millionen Euro.

Unterm Strich blieb Alcatal-Lucent tief rot, konnte aber immerhin das Minus verringern: Der bereinigte Verlust sank von 336 Millionen im Vorjahr auf 222 Millionen Euro. Inklusive einer Abschreibung von 810 Millionen Euro für die CDMA-Sparte blieb unterm Strich ein Verlust von 1,102 Milliarden Euro. Das Geschäft mit dem Mobilfunkstandard CDMA schwächelte vor allem in Nordamerika. Der Umsatzausblick für 2008 wurde bestätigt.

Die Experten der WestLB bewerteten die Zahlen als leicht besser als erwartet. Gerade der Bereich Services habe sich gut entwickelt, während die hohe Abschreibung auf die CDMA-Sparte den fortschreitenden Niedergang dieser Technologie unterstreiche. Die Aktie stieg in einem schwachen Markt um knapp 4 Prozent

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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