Sonntag, 16. Dezember 2018

Business-Knigge Indien Umgangsformen und Tabus

Auch wenn sich Indien als säkularisiertes Land versteht, haben Religionen und vor allem der Hinduismus prägenden Einfluss auf die Gesellschaft. Von Ausländern wird erwartet, dass sie die religiösen Gefühle ihres Gegenübers respektieren. manager-magazin.de nennt die wichtigsten Punkte, die in der indischen Geschäftswelt zu beachten sind.

• Es wird in Indien stärker über Gesten kommuniziert als im Westen üblich. Während in Europa die meisten Gesten von einer erläuternden Floskel begleitet werden, reicht in Indien die Geste allein aus. Auf Europäer wirken Inder daher eher wortkarg oder sogar unfreundlich.

• Aufgrund der an viele Körperbewegungen gebundenen Bedeutungen ist es ratsam, auf eine ausgeprägte Gestik zu verzichten, um Missverständnissen vorzubeugen.

Gefunden in...


Ulrich Leifeld, Frank Brinkmann: "Geschäftserfolg in Asien. Verhandeln mit Tigern, Drachen und Elefanten."; Orell Füssli Verlag, August 2007, 256 Seiten, 29,80 Euro.
• Mit dem Finger wird nicht auf andere Menschen gezeigt, denn es degradiert ein Gegenüber zum Untergebenen. Zum Zeigen wird demnach die ganze rechte Hand genutzt.

• Gesten, die auch in westlichen Ländern existieren, haben in Indien zum Teil andere Bedeutungen. Das Hin- und Herwiegen des Kopfes etwa, das leicht mit einem verneinenden Kopfschütteln verwechselt werden kann, bedeutet in Indien Zustimmung.

• Das durch Gesten ausgedrückte Nein wirkt auf Europäer leider dem Ja recht ähnlich: Ein kurzes Zucken mit dem Kopf deutet Verneinung an, manchmal begleitet von einem Schnalzen mit der Zunge.

• Der Kopf ist das höchste Körperteil und gilt Indern als heilig. Sie werden daher nicht am Kopf berührt, auch Kinder nicht.

• Füße gelten als niederster und unreiner Körperteil. Wird jemand aus Versehen mit den Füßen oder Schuhen berührt, ist eine sofortige Entschuldigung notwendig.

• Zum Anreichen von Gegenständen wird ausschließlich die rechte Hand benutzt. Die Linke dient traditionell der Körperpflege und gilt als unrein.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH