Sonntag, 9. Dezember 2018

Jobsuche Karrieresprungbrett Internet

Das Web 2.0 steigert für Jobsuchende die Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz. Statt nur auf Stellenanzeigen zu reagieren, werden aus Bewerbern Selbstdarsteller. Doch das birgt auch Risiken - wer im Netz die falschen Spuren hinterlässt, droht beim Arbeitgeber durchzufallen.

Hamburg/Koblenz - Neukunden bei ihrer Karriereberatung begrüßt Svenja Hofert sehr direkt: "Sie sind Mitglied im Tennisclub Wedel und bei Attac". Dann staunen die Bewerber meist nicht schlecht, manche sind regelrecht verlegen: Woher denn die Kenntnis über ihre Mitgliedschaft in dem globalisierungskritischen Netzwerk stamme?

Neue Dimension der Jobsuche: Interaktives Web
Dabei ist die Karriereberaterin aus Hamburg nur den Weg gegangen, den auch viele Personaler einschlagen: Sie hat den Namen in Suchmaschinen eingegeben, Profile in Netzwerken studiert, in öffentlichen Foren mitgelesen und ist schnell fündig geworden. Das Internet verrät viel Persönliches, was bei der Stellensuche nicht immer von Nutzen ist.

"Gerade junge Bewerber machen sich nicht klar, dass sie für Jahre Spuren hinterlassen, wenn sie Partyfotos oder das privat gedrehte Video hochladen", sagt Hofert. Dabei gebe es schon längst Websites, die nichts anderes tun, als Profile sichtbar zu machen und Imagepunkte für eine positive Webpräsenz zu vergeben.

Die deutschsprachige Personensuchmaschine Yasni.de zum Beispiel bewertet in einem "VIP-Rank" die Glaubwürdigkeit der gefundenen Person. "Das heißt nicht, dass die Attac-Mitgliedschaft geheim gehalten werden muss, aber wer das öffentlich macht, sollte auf entsprechende Fragen im Bewerbungsgespräch vorbereitet sein."

Das Suchen und Gefunden werden ist Folge des Internets zum Mitmachen: Aus dem eindimensionalen Web 1.0 ist das interaktive Web 2.0 geworden. Statt auf eine Stellenanzeige zu reagieren, werden aus Bewerbern Selbstdarsteller im Internet. Im Idealfall merkt das auch der interessierte Arbeitgeber: "Die Personalrekrutierung durch Empfehlungen und Profile bringt eine ganz neue Dimension in die Jobsuche", so Svenja Hofert.

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