Dienstag, 11. Dezember 2018

Millionenbetrug Spediteur Betz freigelassen

Der wegen Bestechung zu fünf Jahren Haft verurteilte Spediteur Thomas Betz ist nach Verbüßung der Hälfte seiner Strafe ein freier Mann. Die Reststrafe von zweieinhalb Jahren wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Stuttgart/Reutlingen - Die Bewährungszeit für Thomas Betz betrage einem Beschluss des Gerichts von Anfang Juli zufolge drei Jahre. Die Hälfte der fünfjährigen Freiheitsstrafe hatte der Reutlinger Spediteur bereits in Untersuchungshaft abgesessen. Neben Bestechung lautete der Vorwurf auf Sozialversicherungsbetrug in Millionenhöhe.

Hälfte der Strafe abgesessen: Spediteur Thomas Betz
DPA
Hälfte der Strafe abgesessen: Spediteur Thomas Betz
Haftstrafen werden den Angaben zufolge dann zur Bewährung ausgesetzt, wenn nicht damit zu rechnen ist, dass der Beschuldigte weitere Straftaten begeht. Außerdem spielten dabei besondere Umstände wie beispielsweise eine umfangreiche Schadenswiedergutmachung eine Rolle, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Landgerichts.

Ein Sprecher der Unternehmensgruppe Willi Betz teilte mit: "Wir sind sehr erleichtert, dass das Verfahren zur Entscheidung über die Haftstrafe für Herrn Thomas Betz so ausgegangen ist, wie wir es erhofft haben." Der Reutlinger Spediteur war Mitte März außerdem zu einer Geldstrafe von 2,16 Millionen Euro verurteilt worden. Der Betrag sei mittlerweile bezahlt worden, sagte der Gerichtssprecher.

Mit dem Urteil war das Gericht einer Verständigung gefolgt, die die Prozessbeteiligten im Februar getroffen hatten. Betz durfte nach dem Urteil den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Die zweieinhalb Jahre Untersuchungshaft wurden voll auf die Haftstrafe angerechnet. Über die Reststrafe wurde nun in dem gesonderten, nichtöffentlichen Verfahren entschieden.

manager-magazin.de mit Material von dpa

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH