Samstag, 22. September 2018

Management Wem die Chefs vertrauen

3. Teil: "Information als Leitwährung der Macht"

"Information als Leitwährung der Macht"

Das Resultat: Die ökonomische Elite geht auf Distanz zu den gewählten Mächtigen. "Topmanager tun meines Erachtens gut daran, die direkte Nähe zur Politik zu meiden", sagt Alexander Rittweger, Chef des Payback-Betreibers Loyalty Partners in München. Ansonsten finde man sich schnell auf glattem Parkett wieder, "auf dem man leicht ausrutscht und sich selbst und seinem Unternehmen im Zweifel mehr schadet als nützt."

Payback-Chef Rittweger: "Topmanager tun gut daran, die Nähe zur Politik zu meiden"
Andererseits: Die gefühlte wirtschaftspolitische Inkompetenz der Regierenden wird dadurch natürlich nicht besser. Einen kompletten Rückzug der Vorstandschefs hält Rittweger deshalb auch nicht für empfehlenswert: "Die Politik ist auf den Austausch mit Entscheidern aus der Wirtschaft angewiesen, insofern halte ich den informellen Austausch in aller Stille durchaus für sinnvoll."

Wie beim Umgang mit der Politik, so ist den Chefs auch bei ihrer Informationsbeschaffung ein gewisses Grundmisstrauen anzumerken. Zu oft wird offenbar versucht, sie mit tendenziösen Informationen zu manipulieren. Andererseits basiert die Macht des Chefs nicht zuletzt auf Informationen.

"Information ist die Leitwährung der Macht", so Oltmanns. Und so wird die Suche nach Informationen zur "ureigensten und einer der wichtigsten Aufgaben jedes Entscheiders" - vor allem nach solchen, die andere möglichst nicht haben. 18 Stunden pro Woche wenden nach der Berger-Untersuchung alle Entscheider dafür auf, immerhin 14 Stunden investieren die Dirigenten - also die absoluten Topentscheider - in die Beschaffung zuverlässiger Informationen.

Bei der Bewertung von Quellen geht es den Chefs vor allem um Zuverlässigkeit. Absolut vertrauenswerte Quellen zu finden ist ihnen sogar wichtiger als analytische Tiefe oder thematische Breite. "Ihr müsst mir nicht alle Details sagen, aber bitte sagt die Wahrheit", so offenbar das Credo der Chefs.

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