Montag, 17. Dezember 2018

Siemens-Affäre AUB schließt Schelsky aus

Die Arbeitnehmerorganisation AUB hat ihren langjährigen Vorsitzenden Wilhelm Schelsky wegen der Siemens-Affäre ausgeschlossen. Ein Sprecher der Organisation bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Magazinbericht.

Nürnberg - Einen Beschluss zum Ausschluss Schelskys habe der Gesamtvorstand der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger auf seiner Vorstandssitzung am vergangenen Dienstag in Bischofsgrün bei Bayreuth gefasst, erklärte der AUB-Sprecher am Donnerstag. Er bestätigte damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche".

Korruption bei Siemens: "Der AUB massiv geschadet"
AP
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Der AUB-Vorstand begründete den Ausschluss dem Magazin-Bericht zufolge damit, der frühere AUB-Chef habe der Organisation massiv geschadet: Mit seinen Äußerungen seit seiner Verhaftung habe er zugegeben, dass er als Lobbyist für Siemens Börsen-Chart zeigen tätig war; dies vertrage sich nicht mit der Unabhängigkeit der AUB. Dieser Begründung schloss sich auch der AUB-Sprecher an.

Schelsky soll zum Aufbau seiner Gegenorganisation zur IG Metall von Siemens zweistellige Millionen-Beträge erhalten haben. Der frühere Siemens-Betriebsrat wurde bereits im Februar 2007 festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg rechnet bis Mitte Juni mit einer Anklageerhebung. Ermittelt wird in diesem Zusammenhang auch gegen den früheren Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Untreue vor.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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