Samstag, 17. November 2018

Bosch Stühlerücken in der Chefetage

Uwe Raschke, Chef der Bosch-Sparte Elektrowerkzeuge, steigt in die Geschäftsführung auf. Wolfgang Chur, bisher verantwortlich für die Sparten Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik, wird Mitglied des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung. Die gemeinnützige Stiftung hält die Mehrheit am weltgrößten Autozulieferer.

Stuttgart - Der weltgrößte Autozulieferer und Elektrokonzern Bosch baut seine Geschäftsführung um. Wolfgang Chur, verantwortlich für die Sparten Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik, verabschiedet sich Ende Juni in den Ruhestand, teilte Bosch am Donnerstag in Stuttgart mit. Das Aufgabenfeld des 61-Jährigen wird Rudolf Colm übernehmen, der bislang vor allem für die Geschäfte von Bosch in der Region Asien-Pazifik zuständig war.

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Neu in die Geschäftsführung wurde Uwe Raschke berufen. Der 50-Jährige übernimmt ab Juli von Colm die Verantwortung für die Region Asien-Pazifik. Raschke ist derzeit Bereichsvorstand des Geschäftsbereichs Elektrowerkzeuge. Chur war 31 Jahren bei dem Stuttgarter Konzern beschäftigt und seit 1999 Geschäftsführer. Er werde zum 1. Juli Mitglied des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung GmbH, hieß es weiter in der Mitteilung.

Die Robert Bosch GmbH gehört zu 92 Prozent der Robert Bosch Stiftung. Die Stiftung investiert die Gewinne der GmbH in gemeinnützige Zwecke. Sie ist eine der großen unternehmensverbundenen Stiftungen in Deutschland. Über die Macht im Haus verfügt allerdings allein die Robert Bosch Industrietreuhand KG, die zwar nur ein Promille der Anteile am Unternehmen hält - dafür aber 93 Prozent der Stimmrechte.

Neu im Aufsichtsrat seien zum 10. April vonseiten der Anteilseigner Hermut Kormann, früherer Vorstandschef von Voith, sowie Hans-Friedrich von Ploetz, früherer deutscher Botschafter in Großbritannien und in Russland. Für die Arbeitnehmer sind Hans-Peter Gräther, Leiter Einkauf in der Sparte Elektrowerkzeuge, und Daniel Müller, Betriebsratschef im Bosch-Werk Reutlingen in das Kontrollgremium eingezogen.

Dagegen sind folgende Aufsichtsratsmitglieder ausgeschieden: Henning Blum, Betriebsratsvorsitzender im Bosch-Werk Hildesheim, und Ulrich Cartellieri, ehemals Vorstand der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, sowie Heiner Gutberlet, ehemals Bosch-Geschäftsführer, und Jörg Vial, Geschäftsleiter Globaler Einkauf im Zentralbereich Einkauf und Logistik.

Bosch hatte 2007 Erlöse von 46,1 Milliarden erzielt. Das Vorsteuerergebnis machte nahezu 8 Prozent vom Umsatz aus (Vorjahr: 7,1 Prozent). Die Mitarbeiterzahl lag weltweit bei 272.000 und in Deutschland bei 112.000.

manager-magazin.de mit Material von reuters, vwd und dpa

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