Freitag, 16. November 2018

Rohstoffe Milliardär kauft Manganmine

Die Bieterschlacht um CML ist zu Ende. 780 Millionen Euro zahlte Gennadi Bogoljubow, der über seine Holding Palmary unterdessen 90 Prozent an CML hält, für den australischen Bergbaukonzern. Nun kontrolliert der ukrainische Oligarch 10 Prozent der weltweiten Manganvorkommen.

Melbourne - Der ukrainische Milliardär Gennadi Bogoljubow hat die australische Bergbaufirma Consolidated Minerals Ltd. (CML) nahezu komplett übernommen. Einen Monat nach der Erhöhung des Kaufangebots auf umgerechnet 780 Millionen Euro (1,3 Milliarden Australische Dollar) kontrolliert Bogoljubows Beteiligungsgesellschaft Palmary mit Sitz in Belize nach eigenen Angaben vom Donnerstag gut 90 Prozent des heiß umworbenen Unternehmens.

Bogoljubow hatte sich mit der Investmentfirma Pallinghurst eine Übernahmeschlacht um CML geliefert. Pallinghurst wird von Brian Gilbertson, dem Ex-Chef des Minenkonzerns BHP Billiton, kontrolliert. Der Börsenwert von CML hat sich im Zuge der Übernahmeschlacht seit Februar mehr als verdoppelt.

Durch die Übernahme erhält der Ukrainer Zugriff auf ungefähr 10 Prozent der weltweiten Mangan-Reserven. CML betreibt in Australien die Woodie-Woodie-Mine und hat das Pachtrecht über 7500 Quadratkilometer Land. Das Manganerz, das im Tagebau gefördert wird, gilt als besonders hochwertig. Mangan wird zur Härtung von Stahl eingesetzt.

Bogoljubow gilt als einer der reichsten Männer der Ukraine. Er ist unter anderem an der Holding Privat beteiligt, deren operativer Arm die landesweit tätige Privatbank ist. Die Gesellschaft kontrolliert Stahlwerke, Chemiefirmen, Energie- und Nahrungsmittelunternehmen in der Ukraine, Russland, Rumänien und den USA.

Palmary wiederum ist mit Privat assoziiert. Privat ist unter anderem am ukrainischen Stahlhersteller Nikopol Ferroalloy beteiligt, der 30 Prozent des von CML geförderten Manganerzes abnimmt. Im März dieses Jahres hatte Privat sich außerdem den Minenbetreiber Ghana Manganese, einen der größten Manganförderer der Welt, einverleibt. An Ghana Manganese soll angeblich auch Gilbertson starkes Interesse gehabt haben.

manager-magazin.de mit Material von reuters und djn

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