Freitag, 16. November 2018

IKB Belohnung für Versager

Sie haben enorme Summen durch Fehlspekulationen verspielt, der IKB droht das Aus. Trotzdem müssen die Ex-Vorstände des Düsseldorfer Bankhauses nicht für die Verluste haften. So wie ihr ehemaliger Vorstandschef Stefan Ortseifen kassieren sie sogar noch eine Prämie.

Düsseldorf – Die Verträge dürften die Diskussion um exorbitante Managergehälter zusätzlich anheizen. Denn die geschassten IKB-Vorstände scheinen sich auch für den Ernstfall gut abgesichert zu haben. Bis zum Ende des Jahres erhalten sie nicht nur ihr Gehalt von der Bank, berichtet die "Zeit" unter Berufung auf Kreise des Aufsichtsrats. Darüber hinaus erhielten sie für das im März geendete Geschäftsjahr 2006/2007 neben ihren Festgehältern sogar hohe Erfolgs-Boni.

Eine Million und tschüss: Stefan Ortseifen
Der Aufsichtsrat unter Vorsitz des früheren Eon-Chefs Ulrich Hartmann sehe nach einer rechtlichen Prüfung keine Möglichkeit, das Geld zurückzufordern. Im Falle von Bankchef Stefan Ortseifen handele es sich um eine Million Euro.

Die früheren Vorstände müssten sich auch nicht vor Schadensersatzansprüchen fürchten. Die Bank habe für sie eine Manager- Haftpflichtversicherung abgeschlossen und sich dabei nicht an die Empfehlungen der Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) gehalten. Diese Regeln sähen vor, dass bei solchen Versicherungen ein angemessener Selbstbehalt für die Manager vereinbart werden soll. Die Vorstände müssten dann für einen Teil der von ihnen angerichteten Schäden selbst aufkommen. Bei der IKB hätten sich die Verantwortlichen für eine Versicherung ohne jede Eigenbeteiligung entschieden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH