Mittwoch, 19. Dezember 2018

Chronologie Der lange Weg zum Potsdamer Stadtschloss

Die Unterbringung des brandenburgischen Landtages ist eine Geschichte von Provisorien. In Zukunft soll das Potsdamer Stadtschloss den Landtag beherbergen. Nachfolgend einige Stationen seit den ersten Planungen 1990.

26. Oktober 1990: Der erste neu gewählte Landtag nach der Wiedervereinigung konstituiert sich im Gebäude der früheren DDR- Bezirksverwaltung, das einst als Waisenhaus und dann Kadettenanstalt diente. "Wunschquartier" des Parlaments ist der ehemalige Sitz der SED-Bezirksleitung auf dem nahe gelegenen Brauhausberg ("Kreml"), die 1899-1902 erbaute frühere Reichskriegsschule.

August 1991: Der "Kreml" auf dem Brauhausberg wird mit Millionenaufwand hergerichtet.

5. Januar 1995: Landtagspräsident Knoblich hält unabhängig von der angestrebten Länderfusion mit Berlin bis 1999 einen Landtagsneubau für unverzichtbar und plädiert für den Standort Speicherstadt.

Mai 1995: Nach dem Scheitern des Volksentscheides über die Länderehe mit Berlin am 5. Mai legen die Landtagsfraktionen das Neubau-Projekt auf Eis.

25. Mai 2001: Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) verlangt, das Parlament müsse endlich seine "Bruchbude" verlassen. Mögliche Standorte: Speicherstadt, Nuthe-Auen am Bahnhof und der Alte Markt.

26. September 2001: Der "Beirat Potsdamer Mitte" empfiehlt, das Stadtschloss wieder aufzubauen und den Landtag darin unterzubringen.

29. März 2005: Nach einer Studie von Finanzminister Rainer Speer (SPD) würde die Sanierung des "Kreml" gut 80 Millionen Euro, ein Neubau im Zentrum in Anlehnung an das frühere Schloss ohne dessen Schmuckfassade knapp 107 Millionen Euro kosten. Der neue Sitz könnte 2011 in Betrieb genommen werden.

26. April 2005: Die Fraktionen von SPD und CDU stimmen mehrheitlich für einen Landtagsneubau auf Potsdams Altem Markt, der aber nur zum Teil Elemente des alten Stadtschlosses übernehmen müsse.

1. und 14. November 2006: Die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung lehnt zwei Mal den Bebauungsplan für den Landtagsneubau ab.

4. Januar 2007: Das Ergebnis einer Bürgerbefragung liegt vor: 42,8 Prozent der Potsdamer, die ihre Stimme abgaben, favorisieren einen Neubau am einstigen Standort des Stadtschlosses. (Beteiligung 46,1 Prozent).

31. Januar 2007: Im dritten Anlauf stimmen die Potsdamer Stadtverordneten dem Bebauungsplan zu (29 Ja, 16 Nein, 3 Enthaltungen).

27. November 2007: Der Software-Milliardär und Mäzen Hasso Plattner spendet 20 Millionen Euro für die Wiederherstellung der historischen Fassade des Potsdamer Stadtschlosses. Alle Beteiligten sprechen von einem Durchbruch für die Wiederrichtung des historischen Vorbilds.

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