Montag, 19. November 2018

Saudi-Prinz Meine Wüste, mein Öl, mein A380

Wenn es im Jumbo zu eng wird, muss etwas wirklich Großes her: Der saudische Prinz al-Walid, dessen Vermögen auf 25 Milliarden Dollar geschätzt wird, gönnt sich als erster Privatmann der Welt einen A380 als Privatflugzeug. Auf 551 Quadratmetern sollen dem Luxus keine Grenzen gesetzt werden.

Paris - Er bietet Platz für 555 Menschen und kostet laut Listenpreis 280 Millionen Dollar. Für den saudischen Prinzen al-Walid bin Talal ist der Airbus-Superjumbo A380 damit genau das richtige Spielzeug.

Unterschrift im großen Kreis: Als erster Privatmann hat Al-Walid bin Talal bin Abdulasis al-Saud (m.) einen Superairbus A380 gekauft
Am Montag bestellte sich der Multimilliardär als erste Privatperson den größten Passagierjet der Welt. Version "fliegender Palast", wie Airbus mitteilte. Lange war über den ersten Privatkunden für den A380 spekuliert worden. Immer wieder wurde der Name des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch ins Spiel gebracht.

Nun hat ihm Prinz al-Walid bin Talal, Cousin des saudischen Königs Abdullah, die Schau gestohlen. Der 49-jährige Chef der Kingdom Holding Company und Mövenpick-Teilhaber ist einer der reichsten Menschen der Welt. Er hat bereits als einzige Privatperson einen Boeing-Jumbo 747-400 in seiner Garage stehen. In seinem neuen "fliegenden Palast" hat der arabische Adelige 50 Prozent mehr Grundfläche für die Einrichtung zur Verfügung. Auf 551 Quadratmetern kann er sich einrichten, wie er mag.

Airbus freute sich über die Festbestellung. Damit gebe es jetzt vom kleinsten Geschäftsflugzeug A318 bis zum Doppeldecker A380 Privatkunden, sagte Verkaufschef John Leahy. Die erste Maschine des Superjumbos wurde im Oktober mit fast zweijähriger Verspätung an die Singapore Airlines ausgeliefert.

Schon in der Version für die asiatische Fluglinie kennt der Luxus kaum Grenzen. In der ersten Klasse stehen den zahlungskräftigen Kunden Doppelbetten zur Verfügung, von der Privattoilette hat man einen Ausblick in den Himmel. Zudem ist der A380 trotz seiner immensen Größe im Innenraum eines der leisesten Flugzeuge überhaupt. Wann der Prinz seine Maschine erhält, ist noch offen. Es sei noch nicht entschieden, wer die Kabinen für seine Königliche Hoheit ausstatte, sagte Leahy.

Airbus rühmt sich, mit dem A380 eines der umweltfreundlichsten Flugzeuge an den Markt gebracht zu haben - bei einer Standardbelegung von 525 Passagieren verbraucht er 2,9 Liter Kerosin pro Passagier auf 100 Kilometern. Sollte Prinz al-Walid Lust verspüren, allein in seinem fliegenden Palast auf eine Langstreckenreise zu gehen, würde er also 1,5 Tonnen Treibstoff auf 100 Kilometern verbrauchen.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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