Mittwoch, 14. November 2018

Willi Bartels Der "König von St. Pauli" ist tot

Willi Bartels war der größte Immobilieneigner rund um den Hamburger Kiez - und nicht nur da. Er wurde 92 Jahre alt. Ein Porträt schildert den Multimillionär in seinen letzten Jahren, die er partout nicht im Ruhestand verbringen mochte.

Hamburg - Willi Bartels ist tot. Der Hamburger Immobilienunternehmer starb am Montag im Alter von 92 Jahren. Er hatte sich bundesweit einen Namen gemacht, als er 1967 mit dem Eros-Center auf der Reeperbahn in St. Pauli das damals modernste Bordell Europas baute. Obwohl er nicht im Rotlicht-Gewerbe selbst Geschäfte gemacht hat, war er unter dem Titel "König von St. Pauli" bekannt.

Blick über sein Hamburg: Willi Bartels wurde 92
Bartels sei am vergangenen Montagmorgen ins Krankenhaus gebracht worden, weil er sich nicht wohl fühlte, und dort am Vormittag "friedlich eingeschlafen", ließ die Familie mitteilen.

Das letzte große Projekt des in Bad Harzburg geborenen Bartels war die Bebauung des ehemaligen Bavaria-Brauereigeländes in St. Pauli mit einem Hotel, Büros und Wohnungen.

Er selbst zog im Dezember 2006 aus dem noblen Blankenese zurück auf den Kiez. "Ich bin auf St. Pauli groß geworden und möchte hier meinen Lebensabend verbringen", sagte Bartels damals einer Zeitung.

Der gelernte Schlachter machte im Jahr 1929 in dem von seinem Vater gekauften Nachtlokal "Jungmühle" an der Großen Freiheit erste Bekanntschaft mit dem Immobilien- und Vergnügungsgeschäft. 1937 wurde er Geschäftsführer im "Tanzpalast", hielt sich aus Rotlichtgeschäften aber raus und machte nach dem Krieg sein Vermögen mit Immobilen.

"Sein Wort galt"

Mit einem geschätzten Vermögen von 700 Millionen Euro belegte Bartels in der Liste "Die reichsten Deutschen", die das manager magazin jährlich erstellt, in diesem Jahr Platz 159. In der Reihe "Deutschland, Deine Unternehmer" besuchte zuletzt 2003 ein Redakteur von manager-magazin.de Willi Bartels. Dabei entstand ein Porträt des Unternehmers, dass Sie hier lesen können.

Corny Littmann, Chef des Schmidt Theater an der Reeperbahn und Präsident des FC St. Pauli, würdigte Bartels als große Persönlichkeit: "Willy Bartels war aus jenem Holz geschnitzt, wo ein einmal gegebenes Wort galt, der ein Herz für Menschen hatte, die in Not geraten waren und auch uns in manch schweren Zeiten immer helfend zur Seite stand."

manager-magazin.de mit Material von dpa

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