Mittwoch, 14. November 2018

Urteil Bewährung für Günther Krause

Der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause hat im Revisionsprozess um den millionenschweren Zusammenbruch seiner Firma Aufbau Invest eine Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung erhalten.

Rostock - Nach Überzeugung des Landgerichts Rostock hat Günther Krause (CDU) sich des Betrugs, der Insolvenzverschleppung und mehrerer Bankrottdelikte schuldig gemacht. Der heute 54-Jährige hatte laut Gericht in den 1990er Jahren seine Firma Aufbau Invest GmbH in die Insolvenz geführt und Mitarbeiter um ihr Gehalt betrogen. Mit der Firma sollten günstige Eigenheime im Osten gebaut werden.

Seit elf Jahren vor Gericht: Ex-Minister Krause (l.) mit seinem Anwalt
Die Verteidigung, die auf Freispruch plädiert hatte, legte umgehend erneut Revision ein. Die Anklage hatte ein Jahr und vier Monate Haft ohne Bewährung gefordert. Der Staatsanwalt kündigte an, wegen der gewährten Bewährung ebenfalls Rechtsmittel zu prüfen. Krause war im Zusammenhang mit der Insolvenz bereits 2002 vom Landgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Hauptanklagepunkt lautete damals auf Untreue, was aber vom Bundesgerichtshof als verjährt erachtet wurde. Der Rechtsstreit dauert inzwischen elf Jahre.

Strohmann eingesetzt

Der Richter sah es als erwiesen an, dass Krause seiner Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, nicht nachgekommen ist, obwohl er drei Jahre lang gewusst habe, dass die Firma zahlungsunfähig sei. Der schwerwiegendste Punkt des Urteils war laut Gericht, dass Krause versuchte, sich seinen Verpflichtungen zu entziehen, indem er die Firma einem Strohmann übertrug. Dieser habe Name und Sitz der Firma geändert und neue Geschäftsführer eingesetzt, um so die Insolvenz zu verschleiern.

Seinen Mitarbeitern stellte Krause laut Urteil persönliche Bürgschaften über ihr ausstehendes Gehalt aus, um sie von einer Zwangsvollstreckung abzuhalten, die nach Ansicht des Gerichts damals noch Erfolg versprochen hätte.

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