Donnerstag, 21. Juni 2018

Bionade Ringen um die Holunder-Herrschaft

2. Teil: "Ohrfeigen rechts und links"

"Ohrfeigen rechts und links"

Vom Szeneprodukt hat sich das alternative Erfrischungsgetränk schnell zu einer Volksbrause entwickelt, fast überall im ganzen Land ist es erhältlich. Mittlerweile gibt es Bionade sogar bei der Kaffeehaustochter der Fastfoodkette McDonald's Börsen-Chart zeigen. Damit hat man sich in der Rhön jedoch nicht nur Freude gemacht: "Dafür, dass McCafé Bionade ins Programm genommen hat, haben wir Ohrfeigen rechts und links bekommen", sagt Kowalsky.

"Das offizielle Getränk einer besseren Welt":
Bionade-Chef Kowalsky
Doch er ist stolz darauf, dass ausgerechnet der weltweit bekannte Burgerbrater Bionade für seine Image-Verjüngungskur einsetzt: "Das hat vor uns noch kein Bioprodukt geschafft". Ziel sei es, das Produkt überall dort anzubieten, wo es nachgefragt wird. So ist auch das Sponsoring mit den drei Bereichen Kinder, Kunst und Kultur sowie Sport und Ernährung auf eine möglichst breite Zielgruppe abgestimmt.

"Wichtig sind der Breitensport und die Förderung von Gesamtsportarten - wir setzen nicht auf Einzelsportler", sagt Kowalsky. Bestes Beispiel ist das Engagement des Unternehmens für den Schulsportwettbewerb "Jugend trainiert für Olympia".

[M] DDP; DPA; mm.de
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Bei der klassischen Werbung geht es Bionade derzeit allerdings vor allem darum, sich als Original am Markt zu behaupten – und das scheint mit dem frech-originellen Spruch "Das offizielle Getränk einer besseren Welt" der Werbeagentur Kolle Rebbe gut zu gelingen. "Wir wussten: 2007 wird das Jahr der Imitate – da wollten wir uns von von vornherein deutlich positionieren", so Kowalsky.

Doch die vielen Nachahmer, die zumindest das Design imitieren, machen Bionade das Leben nicht einfach, Kompromisse sind gefragt. "Wir konnten bisher gegen alle Imitate einstweilige Verfügungen erwirken", berichtet der Bionade-Chef. Aktuell gegen den Softdrinkhersteller Sinalco, der zur Anuga-Messe ein Produkt mit dem Namen Sinconade, ausgerechnet in den Geschmacksrichtungen Holunder und Litschi, anbieten wollte. Nun soll es Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen geben.

Mit dem Discounter Plus, der mit einer zumindest optisch ähnlichen Maltonade auf den Markt drängte, einigte man sich in Fragen des Designs außergerichtlich: "Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass wir konsequent gegen Nachahmerprodukte vorgehen, uns aber auch nicht ständig vor Gericht herumschlagen wollen", sagt Kowalsky.

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