Montag, 21. Januar 2019

BDI Schnappauf einstimmig gewählt

Der bayerische Umweltminister und CSU-Politiker Werner Schnappauf ist einstimmig zum neuen BDI-Hauptgeschäftsführer gewählt worden. Die Stelle war seit mehr als einem Jahr unbesetzt, nachdem die von BDI-Präsident Jürgen Thumann geplante Berufung des CDU-Politikers Norbert Röttgen gescheitert war.

Berlin - Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf ist auf einer außerordentlichen Vorstands- und Präsidiumssitzung einstimmig zum neuen Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) gewählt worden.

Neuer BDI-Geschäftsführer: CSU-Politiker Schnappauf
Der 54-jährige CSU-Politiker wird das seit Monaten vakante Amt am 15. November übernehmen, das bis Ende vergangenen Jahres Ludolf von Wartenberg 17 Jahre lang bekleidet hatte. Schnappauf war vom BDI-Präsidenten Jürgen Thumann nach Monaten der erfolglosen Kandidatensuche vorgeschlagen worden. Die Vizepräsidenten des BDI waren diesem Vorschlag einstimmig gefolgt. Sein Ministeramt in Bayern und sein Mandat im Münchner Landtag will Schnappauf niederlegen.

Die Hauptgeschäftsführung beim BDI ist eine zentrale Schaltstelle des Spitzenverbandes der Industrie bei der Vertretung seiner Interessen gegenüber der Politik. Ursprünglich hatte Thumann den parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Röttgen, als neuen BDI-Hauptgeschäftsführer favorisiert. Nach einer tagelangen Diskussion darüber, ob und wann Röttgen seine Funktionen im Bundestag niederlegen sollte, hatte der Unionspolitiker auf eine Kandidatur verzichtet. Daraufhin hatte Thumann einen neuen Kandidaten suchen müssen, sich dabei aber nach Angaben aus Verbandskreisen einige Absagen eingehandelt.

Schnappauf, ein promovierter Jurist, war neun Jahre lang Landrat im früheren Grenzlandkreis Kronach. Ebenfalls seit neun Jahre gehört er dem bayerischen Kabinett mit Zuständigkeit für die Schlüsselthemen Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz an.

Allerdings war Schnappauf zeitweise wegen seines Managements des so genannten Gammelfleisch-Skandals, bei dem Schlüsselfiguren von Bayern aus agiert hatten, unter Druck gekommen. Ungeachtet dessen gilt er als erfahrener Klima-, Umwelt- und Energiepolitiker.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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