Montag, 19. Februar 2018

Gehaltsreport Juristen Gute Noten, gutes Geld

Den besten Jura-Absolventen steht die Berufswelt offen. Wer dagegen kein Prädikatsexamen vorweisen kann, hat nicht nur finanziell das Nachsehen. Ein aktueller Gehaltsreport zeigt, was Juristen in Kanzleien und Unternehmen verdienen.

Hamburg - Jahr für Jahr beenden etwa 11.000 examinierte Juristen ihre Ausbildung und drängen auf den Arbeitsmarkt. Wie in kaum einem anderen Studienfach spielt die Examensnote eine entscheidende Rolle für die weitere berufliche Karriere. Jura-Absolventen mit Prädikatsexamen können sich aussuchen, ob sie bei einer der großen Anwaltskanzleien, bei einem Unternehmen oder doch lieber beim Staat arbeiten wollen.

Rechtsreferendare: Vielen wird der Spaß beim Berufsstart vergehen
Doch längst nicht jeder Jurist findet nach dem Examen eine gut bezahlte Stelle. Wer nicht zur Elite gehört, muss sehen, wo er bleibt.

Ziel der meisten Absolventen ist eine Tätigkeit in einer großen, renommierten Kanzlei. Fast ein Drittel der vom Trendence-Institut in Kooperation mit dem Karrierenetzwerk e-fellows.net befragten Jurastudenten gab an, ihre Karriere in Großkanzleien beginnen zu wollen. Kein Wunder, denn hier werden auch die höchsten Gehälter gezahlt. So kommen Berufseinsteiger in größeren Kanzleien nach einer Auswertung der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt auf rund 55.400 Euro im Jahr.

Nach oben hin gibt es aber bereits beim Karrierestart keine Grenzen. Ein Viertel aller Berufsanfänger verdient den PersonalMarkt-Gehaltsdaten zufolge bereits 70.000 Euro im Jahr - und mehr. Und auch das gibt es: Top-Absolventen mit Prädikatsexamen, Zusatztitel und perfekten Englischkenntnissen, die schon beim Einstiegsgehalt die Schallmauer von 100.000 Euro durchbrechen.

Lockruf der Megakanzleien

Es sind vor allem transatlantische Megakanzleien, die mit derart attraktiven Gehältern, internationalem Flair und schnellen Karrierechancen locken. Die Kehrseite der Medaille: Arbeitswochen mit 60 und mehr Stunden. Wer den Einstieg aber einmal geschafft hat, kann mit weiteren jährlichen Gehaltssteigerungen und üppigen Erfolgsbeteiligungen rechnen. Anwälte mit entsprechender Berufspraxis kommen so durchaus auf Jahresbruttogehälter, die im hohen sechsstelligen Bereich liegen.

Davon kann die Masse der Jura-Absolventen nur träumen. Über 90 Prozent aller zugelassenen Anwälte in Deutschland arbeiten nicht in solchen "Law Firms", sondern in kleinen oder mittelständischen Kanzleien. Und während sich Großkanzleien bei den Einstiegsgehältern mitunter gegenseitig übertrumpfen, sind kleinere Kanzleien deutlich zurückhaltender. Das Einstiegsgehalt in einer Kanzlei mit bis zu 20 Mitarbeitern liegt laut PersonalMarkt gerade einmal bei 35.100 Euro.

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